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Ungarn 1956 als Stoff in Romanen und Erzählungen

Zsuzsa Bánk
Der Schwimmer, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land. Während Kálmán in Schwermut verfällt, errichten sich Kata und ihr kleiner Bruder Isti ihre eigene Welt: Isti hört, was die Dinge zu erzählen haben - das Haus, die Steine, die Pflanzen, der Schnee -, während Kata den Geschichten der Menschen zuhört, denen sie auf ihrer jahrelangen Reise begegnet. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen, an Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine weiten Bahnen zieht und wenn sie selber schwimmen - nur dann finden sie verzauberte Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt. (Klappentext des Verlages) __________

György Dalos
Der Gottsucher, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1999. (2001 zusätzlich als suhrkamp taschenbuch 3251 erschienen)
Der fünfzehnjährige Gymnasiast Gábor, der aus einer jüdischen Familie stammt, gerät ins Fadenkreuz entgegengesetzter Weltanschauungen. Der Schuldirektor ist überzeugter Kommunist und bemüht sich, aus dem Schüler einen aufrechten Anhänger des Kommunismus zu schmieden. Gegenspieler ist Dr. Paulik, bekennender Christ und als Teilnehmer des Volksaufstandes von 1956 aktenkundiger Konterrevolutionär. Er will Gábor den Weg zu Gott weisen. (Klappentext des Verlages) __________
István Eörsi
Der rätselhafte Charme der Freiheit. Versuche über das Neinsagen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003.
Mit seinem zuletzt erschienenen Werke Tage mit Gombrowicz und Hiob und Heine hat sich Eörsi in die erste Reihe der ungarischen Gegenwartsliteratur geschrieben. Sein schriftstellerisches Temperament entzündet sich am Aktuellen, er ist ein mutiger Publizist, ein angriffslustiger, perspektivischer Denker, der keine Tabuthemen, keine Debatte, keine Feindschaften scheut. Die Sammlung seiner Essays, Reflexionen und Polemiken aus den neunziger Jahren, denen Porträts intellektueller Freundschaften an die Seite gestellt werden, liest sich wie ein scharfsinniger Kommentar zu den Erfahrungen der Epoche. In seiner Auseinandersetzung mit dem Ende der kommunistischen Ära 1989 und den neuen Nationalismen, mit dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens, den Kriegen auf dem Balkan und dem ungarischen Antisemitismus verfolgen wir den schwierigen Weg Mitteleuropas ins 21. Jahrhundert. (Klappentext des Verlages) __________
Agota Kristof
Wie wäre mein Leben gewesen, wenn ich mein Land nicht verlassen hätte? Härter, ärmlicher, denke ich, aber auch weniger einsam, weniger zerrissen, vielleicht glücklich.
In elf kurzen prägnanten Kapiteln erzählt die Schriftstellerin Agota Kristof ihre Geschichte. Im Oktober 1935 in Csikvánd in Ungarn geboren, wuchs sie zunächst wohlbehütet heran. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Vater verhaftet, Agota in einem staatlichen Internat "kaserniert". 1956 schloss sie sich zusammen mit ihrem jungen Ehemann einer Handvoll Flüchtlingen an. Sie landete ohne irgendwelche Sprachkenntnisse in der französischen Schweiz. Ihre erfolgreichen Bücher, die in 20 Sprachen übersetzt wurden, schrieb sie während ihrer Zeit als Arbeiterin in einer Uhrenfabrik - auf Französisch. 2001 wurde ihr der Gottfried Keller Preis für ihr Gesamtwerk verliehen.
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Györgyi Vándor
Mehr als eine Stimme im Chor. Erinnerungen einer Frau an Ungarn 1948 - 1956 Mit einem Vorwort von György Dalos, Ullstein Verlag, Berlin 1999.
Mit 26 Jahren wurde die ungarische Sozialdemokratin Györgyi Vándor 1949 im Zuge des Rajk-Prozesses verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Angelehnt an die "Trotzkistenprozesse" der dreißiger Jahre in Moskau wurden die Verdächtigten aus den Parteien, die als gefährlich galten, pauschal der "Konspiration", der Spionage und staatsfeindlicher Aktivitäten bezichtigt. Györgyi Vándor war sieben Jahre in verschiedenen Gefängnissen in Budapest inhaftiert, zum Teil in Einzelzellen. Erst 1956 kurz vor dem Oktoberaufstand wurde sie entlassen und rehabilitiert. Ihre Erinnerungen an diese Zeit schrieb Györgyi Vándor bereits fünf Jahre später nieder. Das Buch durfte jedoch aufgrund der Zensur in Ungarn erst 1990, nach dem Sturz des diktatorischen Einparteiensystems, erscheinen. Zweifach verfolgt - als Jüdin und als Sozialdemokratin - gelingt es Vándor, die Schrecken der Gefangenschaft, die Hoffnungslosigkeit und die Strategien des Überlebens einfühlsam zu schildern sowie die modernen Methoden der Gewaltherrschaft am Vorabend des ungarischen Aufstands darzustellen.
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(wird erweitert)
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