Ungarn 1956 Geschichte und Erinnerung
Startseite | Anmelden

 

Geschichte

Chronik
Biografien
Zeitzeugen
Kontext
Literatur
Presse
Aufsätze
Fotografie
Film
Suche
Impressum

Ungarn 1956 im Film

 
1. Spielfilme
 
 
Professor Hannibal
Regie: Zoltán Fábri, Ungarn 1956, 91 Minuten
 
Ein weltfremder Lateinlehrer zur Zeit des faschistischen Horthyregimes entwickelt
eine Theorie, daß der Heerführer Hannibal durch eine kathargische Volksrevolution
gestürzt worden sei. Er wird regimefeindlicher Auffassungen bezichtigt und aus dem
Schuldienst entfernt. Der Professor übt öffentlich Selbstkritik vor einer fanatisierten
Menge, die ihn schließlich zu Tode bringt. Eine vom "Tauwetter" beeinflußte
Auseinandersetzung mit dem Faschismus als Allegorie auf den Stalinismus in Ungarn.
Der Film wurde nach der Niederschlagung der Aufstandsbewegung 1956 zurückgezogen.
 
__________
 
 
Lang ist der Weg nach Hause (Hosszú Az Út Hazáig)
Regie: Félix Máriássy, Drehbuch: Judit Máriássy, Mit: Mis Sebök, Elma Bulla, Adám
Szirtes, Margit Bara, Bertalan Solti, Ungarn 1960, 92min

Kurz vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen verliert ein Junge Eltern und Wohnung.
In einer Arbeiterfamilie findet er erstes Unterkommen und nach vielen Schwierigkeiten
auch Geborgenheit und ein neues Zuhause.
 
__________
 
 

Cantata Profana (Oldás és Kötés)
Regie: Miklós Jancsó, Drehbuch: Miklós Jancsó, Mit: Zoltán Latinovits, Miklós
Szakáts, Andor Ajtay, Ungarn 1961, 90min

Ein junger Chirurg in Budapest, der sich nur für seinen beruflichen Aufstieg
interessierte, spürt eines Tages, wie sehr seine Persönlichkeitsbildung hinter der
Karriere zurückgeblieben ist. Das Drama einer scheinbar privaten Krise birgt auch
politischen Sprengstoff: die Vergangenheitsbewältigung der Hauptperson zielt auf
die Zeit des Stalinismus; die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie verdoppelt
sich zum kritischen Blick auf die nationale Geschichte Ungarns.

__________
 
 



Zwanzig Stunden
(Húsz óra)
Regie: Zoltán Fábri, Drehbuch: nach dem Buch von Ferenc Sántha
Mit Antal Páger, János Görbe, Emil Keres u.a., Ungarn 1965, 120 Minuten

1965: Ein Reporter verbringt zwanzig Stunden in einem Dorf - er will Ereignissen
der letzten zwanzig Jahre nachgehen, die divergierenden und
aufeinanderprallenden Schicksale von vier befreundeten ehemaligen Tagelöhnern
erforschen. Seine Anwesenheit reißt alte und immer noch schmerzende Wunden auf.


__________

Die Vorladung (Utószezon)
Regie: Zoltán Fábri, Drehbuch: Péter Szász, Mit: Antal Páger, Klári Tolnay,
János Zach, Lajos Básti, Noémi Apor, Ungarn 1967, 118min

Das in einer kunstvollen Synthese aus Vergangenheitsbewältigung und makabrem
Scherz entworfene Bild von der haftenden Schuld des Menschen und zugleich eine
Mahnung für die Zukunft: Aus dem „witzigen“ Einfall von vier alten Müßiggängern,
ihrem Freund eine Vorladung zur Staatspolizei zukommen zu lassen, wird harter Ernst.
 
__________
 
 
 
Der Zeuge (A Tanú)
Regie: Péter Bacsó, Drehbuch: Péter Bacsó, Mit: Ferenc Kállai, Lili Monori,
Zoltán Fábri, Lajos Öze, Ungarn 1968, 110min

Im Ungarn der 50er Jahre wird ein loyaler, einfacher Dammwärter zum
Belastungszeugen gegen einen unliebsamen Minister aufgebaut. Er lässt den
groß angelegten Schauprozess durch seine Aufrichtigkeit jedoch platzen. Bissige
Politsatire auf die Zeit des Personenkults und den Stalinismus.
 
__________
 
 
Feuerwehrgasse 25 (Tüzoltó Utca 25)
 
Regie: István Szabó, Drehbuch: István Szabó,
Ungarn,1973,  97 min
 
Inhalt: Alte Häuser stecken voller Geschichten und Erinnerungen, wie zum
Beispiel die Feuerwehrgasse 25 in Budapest: ein verwohntes, mittlerweile
schäbiges Mietshaus, das kurz vor dem Abriss steht. In diesem Haus wälzen
sich die Bewohner in einer schwülen Sommernacht unruhig hin und her,
schrecken aus dem Schlaf empor, träumen von dem, was sie erlebt haben
und was sie sich wünschen. Die eine Bewohnerin erinnert sich an ihre Kindheit,
und an die Männer, die tot sind: gefallen im Krieg, Opfer der Geschichte. Die
andere wird immer noch heimgesucht von den Ängsten, die sie ausstand, als
sie während des Kriegs Verfolgte auf dem eigenen Dachboden versteckte. Der
Uhrmacher erinnert sich an den Selbstmord der Tochter, den die Nachbarn
miterlebten. In kunstvoller, sehr intensiver Bildsprache lässt der Kult-Regisseur
István Szabó durch die Figuren die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die sie am
eigenen Leib und in diesem Haus erlebt haben, wieder lebendig werden, um
letztlich mit ihr abzuschließen und einen Neuanfang zu wagen – symbolisiert
durch den schließlichen Auszug.

__________
 
 
 
Das Gestüt (A Ménesgazda)
 
Regie: András Kovács, Drehbuch: András Kovács, Mit: József Madaras,
Ferenc Fábian, Sándor Horváth, Károly Sinka, Irén Bordán, Ungarn 1978,
100min
Inhalt: Ein Gestüt nahe der ungarisch-österreichischen Grenze, das noch
von Offizieren des Horthy-Regimes geführt wird, erhält einen neuen Leiter. Die
Partei hat ihn dazu befördert, weil der Sohn eines ehemaligen Knechtes das Gut
kennt. Doch die Aufgabe überfordert ihn, zumal er zwischen die Fronten der Offiziere,
auf die er angewiesen ist, und die unterschiedlichen Strömungen der Partei gerät.
Misstrauen auf beiden Seiten führt schließlich zur Katastrophe. Der in den 50er
Jahren spielende Film ist eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Stalinismus
in Ungarn.
 
__________
 
 
Hinter der Ziegelmauer (A Téglafal Mögött)
Regie: Károly Makk,
Drehbuch: Károly Makk, Erika Szánto, nach einer Erzählung von Tibor Déry,
Mit: Jozef Króner, Mari Töröcsik, Antal Páger, Ferenc Bács, Ungarn 1979,
59min,

Ungarn 1950. Ein Arbeiter, der die „neue Gesellschaftsordnung“ nicht glaubt,
zeigt einen Dieb an, der die Fabrik bestohlen hat. Nach der öffentlichen
Verhandlung erhängt sich der Angeklagte. Der Arbeiter wird verachtet und
gedemütigt und flüchtet in psychosomatische Krankheiten. Eine Parabel
über Fehlentwicklungen des Sozialismus, die von macht und Ohnmacht des
einzelnen erzählt und von dem Alpdruck des Stalinismus, der auf der
Gesellschaft lastet.
 
__________
 
 
Geliebte Anna (Anna)
Regie: Márta Mészáros, Drehbuch: Gyulöa Hernádi, Márta Mészáros, Mit:
Marie-José Nat, Jan Nowicki, Marie Lebée, Teri Tordai, Lászlo Gálffy, Ungarn
1981, 99min
Inhalt: Eine ungarische Modedesignerin glaubt, in dem Adoptivkind eines
französischen Ehepaars ihre in den Wirren des ungarischen Aufstands
1956 verloren gegangene Tochter wieder zu erkennen.

__________
 
 
 
Der andere Blick (Egymásra Nézve Ölelkezö Tekintetek)
Regie: Károly Makk, Drehbuch: Erzsébet Galgóczi
Mit Jadwiga Jankowska-Cieslak u.a., Ungarn 1982, 111 Minuten
 
1959: Die Journalistin Éva wird während ihres Fluchtversuchs an der
ungarisch-jugoslawischen Grenze erschossen. Wegen ihrer Artikel kam sie
in den 50er Jahren öfter mit der Macht in Konflikt. Ihr Privatleben, ihre
schonungslose Suche nach der Wahrheit trieben sie in die letztlich
unvermeidbare tödliche Tragödie.
 

__________

 

Die Zeit bleibt stehen (Megáll az idö)
Regie: Péter Gothár, Drehbuch: Géza Bereményi und Péter Gothár
Mit Pál Hetényi, Sándor Söth u.a., Ungarn 1982, 103 Minuten

1963: die Mutter erzieht ihre Söhne allein, da der Vater 1956 das Land
verlassen hatte. Gábor möchte Arzt werden, Dini ist eher orientierungslos,
da er sieht, wie verlogen die Welt um ihn herum ist. Wegen eines Skandals
wird sein Freund Pierre der Schule verwiesen. Daraufhin brechen Dini,
Pierre und ein Mädchen mit einem gestohlenen Wagen gen Westen auf.

__________
 
 


Tagebuch meiner Kindheit (Napló Gyermekeimnek)
Regie: Márta Mészáros, Drehbuch: Márta Mészáros, Mit: Zsuzsa Czinkóczy,
Anna Polony, Jan Nowicki, Tamás Tóth, Pál Zolnay, Ungarn 1982, 106min
Inhalt: Eine 15jährige Gymnasiastin kehrt 1947 aus dem Exil in der Sowjetunion
nach Budapest zurück und erlebt den Aufbau des sozialistischen Staates
aus nächster Nähe. Nachdem Vater und Mutter während der Stalin-Ära
umgekommen sind, muss sie sich gegen die Adoption und Bevormundung
durch die Tante, eine engagierte Parteifunktionärin, durchsetzen. Eine
persönliche Abrechnung der Regisseurin mit dem Stalinismus.

__________
 
 


Du lumpiges Leben (Te Rongoyos Élet!)
Regie: Péter Bacsó, Drehbuch: Péter Bacsó, Mit: Dorottya udvaros,
Zoltán Bezerédy, András Kern, Ödön Rubold, Lászlo Szacsvay, Ungarn
1982, 113min
Inhalt: Ungarn Anfang der 50er Jahre: Eine viel versprechende
Nachwuchssängerin des Budapester Operettenhauses wird aus nichtigem
Anlass zum Spielball des Staatsapparates, zunächst als zum Ackerbau
Deportierte, dann im Gefängnis und schließlich bei einem erzwungenen
Operettenauftritt. Analog zum Widerspruch von Operettenrührigkeit und
Realität entlarvt der Film den Gegensatz von Anspruch und Wirklichkeit
des stalinistischen Ungarn.
 
__________
 
 

Daniel besteigt den Zug (Szerencsés Dániel)
Regie: Pál Sándor, Drehbuch: nach der Erzählung von András Mezei
Mit Tamás Major, Gyula Bodrogi, Mari Töröcsik, Dezsö Garas u.a., Ungarn
1983, 95 Minuten

1956: der sechzehn Jahre alte Dániel entscheidet sich, seiner Liebe zu folgen
und nach „Westen“ zu fliehen. Sein Freund Gyuri fährt mit – er muss dringend
fliehen, da er am bewaffneten Aufstand teilgenommen hat. In einem kleinen
Hotel an der Grenze warten sie auf ihre „Reiseführer“ und verbringen eine
denkwürdige Nacht.

__________
 
 


Tagebuch für meine Lieben (Napló Szerelmeimnek)
Regie: Márta Mészáros, Drehbuch: Márta Mészáros, Eva Pataki Mit: Zsuzsa
Czinkóczy, Anna Polony, Jan Nowicki, Mari Szemes, Pál Zolnay, Ungarn 1986,
144min
Inhalt: In der stalinistischen Ära der 50er Jahre absolviert eine 18jährige
Ungarin an der Filmhochschule Moskau eine Regie-Ausbildung und
versucht sich von ihrer Pflegemutter, einer hochgestellten Parteifunktionärin,
abzugrenzen. Zweiter Teil der Trilogie (Teil 1 „Tagebuch meiner Kindheit“,
Teil 3 „Tagebuch für meine Eltern“).
 
__________
 
 
Keuchhusten (Szamárköhöges)
Regie: Péter Gárdos, Drehbuch: Péter Gárdos, András Osvát
Mit Eszter Kárász, Judit Hernádi, Mari Töröcsik, Dezsö Garas, Marcell
Tóth u.a., Ungarn 1986, 90 Minuten,
 
Ungarn im Herbst 1956: Zwei Kinder erleben am Verhalten ihrer Eltern und der
Umwelt, dass in der Stadt etwas Außergewöhnliches geschehen sein muss. Und
sie erleben auch manche kleinere und größere Tragödie, die sie noch beschäftigen
werden. Ein interessanter Versuch, sich einem düsteren Kapitel der jüngeren
ungarischen Geschichte unter dem Blickwinkel von Kindern vorsichtig zu nähern.
 

__________



Der Preis des Goldes (Eldorádó)
Regie und Drehbuch: Géza Bereményi
Mit Károly Eperjes u.a., Ungarn 1989, 104 Minuten
 
1945: Monori, der „König der Markthalle“, richtet sich ein neues Leben ein.
Sein Lebensprinzip: wer Gold besitzt, besitzt alles. Der Film zeigt ihn 1950
und schließlich 1956, als er versucht, Reichtum und Familie ins Ausland zu
retten.
 
Filvorführung am 19. November 19:00, Deutsches Historisches Museum,
Unter den Linden, Kino im Zeughaus

__________
 
 
Versöhnung 1956-1989 (Engesztelö 1956-1989)
Regie: Pál Schiffer mit János Dávid und Sándor Geskó, Ungarn 1989, 80
Minuten
 
12. Dezember 1956: Der Ingenieur Hargitay und der Übersetzer Hadady, beide
Aufständische der Oktoberereignisse, werden verschleppt und ermordet.
Was geschah und warum?
Die Frage wird dreißig Jahre später neu gestellt. Warum wurde damals die
Geschichte verheimlicht und die Opfer ohne Würde beerdigt? Ein
Familiendrama – endlich wird das bisher Unaussprechbare ausgeprochen und
damit die Möglichkeit eröffnet, die Wunde zu heilen.
Der Regisseur Pál Schiffer ist Gründungsmitglied des legendären Béla-Balázs-Studios
und der „Budapester Schule“; er drehte schon in der 70er Jahren sog. „nonfiction
Spielfilme“, in denen Amateurdarsteller ihr eigenes Leben „spielten“ und die
Kamera nur den Ereignissen folgte. Sein bekanntester Film „Gyuri Cséplö“ erzählt
über das Zigeunertum im Ungarn der 70er Jahre.
 
__________
 
 
Ungarisches Requiem (Magyar Rekviem)
Regie: Károly Makk, Drehbuch: Mihály Kornis, Károly Makk, Mit: Hans Christian
Blech, Mathieu Carrière, György Cserhalmi, Tibor Gazdag, Dénes Ujlaki, Ungarn
1990, 97min

Ungarn 1958: Zwei Jahre nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand warten
sieben charakterlich völlig verschiedene Freiheitskämpfer in einer Gefängniszelle
auf ihre Hinrichtung. Während die Exekutionen, die im Morgengrauen stattfinden
sollen, vorbereitet werden, erzählen sie einander ihre Geschichten, von ihren
Träumen und Ängsten. Ein aufwendiges Drama, das zwischen märchenhaft-
romantischer Poesie und grausamer Gefängnisrealität pendelt.

__________
 
 


Tagebuch für meine Eltern (Napló Apámnak, Anyamnak)
Regie: Márta Mészáros, Drehbuch: Márta Mészáros, Eva Pataki Mit: Zsuzsa
Czinkóczy, Anna Polony, Jan Nowicki, Mari Töröcsik, Ildikó Bánsági, Ungarn
1990, 115 Minuten
 
Inhalt: Budapest, 23.Oktober 1956: Die Ungarn lehnen sich gegen die
kommunistische Regierung auf. Ein Aufstand, der durch sowjetische Truppen
niedergeschlagen wird, und dem eine Vielzahl politischer Prozesse folgt. Die
junge ungarische Regiestudentin Juli in Moskau darf erst nach der Niederschlagung
des Aufstandes in ihre Heimat zurück. Sie flieht mit ihrem Freund János nach
Österreich, der jedoch zurückkehrt und hingerichtet wird. Dritter Teil der Trilogie
(Teil 1 „Tagebuch meiner Kindheit“, Teil 2 „Tagebuch für meine Lieben“).
 
__________
 
 
Mutter  (Anya)
Regie: Miklós Gimes, Musik: György Ligeti, László Dés, Schweiz 2002, 100 Minuten
 
Inhalt: Erzählt wird das bewegte Leben der 80-jährigen Alice Gimes, der
Mutter des Filmautors. Ein gespaltenes Leben: die eine Hälfte in Ungarn,
die andere in der Schweiz. Die eine Hälfte in der Wirklichkeit, die andere
in einer Traumwelt, um die Wirklichkeit ertragen zu können.
Zu Beginn eine schöne Jugend in Südungarn, dann der Einbruch der Geschichte,
ein Sturm, der ihr ganzes Leben durcheinander wirbelt. Lucy entkommt der
Deportation nach Auschwitz, sie engagiert sich in der kommunistischen Bewegung,
heiratet den linientreuen Journalisten Miklós Gimes, der später als führender Kopf
des Ungarnaufstandes von 1956 hingerichtet wird. Lucy Gimes flieht in die Schweiz,
stellt sich allein mit ihrem kleinen Sohn dem Leben in der Emigration.
Im hohen Alter muss Lucy Gimes die Geschichte ihres Lebens neu schreiben.
 
__________
 
 
 
Ein Wochende in Pest and Buda (Egy hét Pesten és Budán)
Regie: Károly Makk, 2003, 90 min
 
Nach mehr als 40 Jahren im Ausland kehrt Iván, der Ungarn 1956 sofort nach
seiner Entlassung als politischer Häftling und noch während der Revolution
verlassen hat, unerwartet in seine Heimatstadt zurück. Zu Beginn des Films
genießt er, zusammen mit seiner britischen Frau, ein wohlhabendes
Pensionärsleben in Lugano, bis ihn eines Tages ein merkwürdiger Anruf erreicht.
Er erfährt, dass seine alte Liebe Mari schwer krank ist. Trotz aller Bedenken und
Vorbehalte eilt er nach Budapest, um sie wieder zu sehen. Eine Reise, die ihn mit
der dunklen Vergangenheit konfrontieren wird. Auf dem Krankenbett beichtet ihm
Mari einen Verrat und sie erzählt ihm von anderen schmerzhaften Geheimnissen
und Kompromissen, die sie nicht länger mit sich herumtragen will. Der größte
Schock für Iván ist die Mitteilung, dass er mit ihr eine mittlerweile erwachsene
Tochter hat, die ihren Vater tot glaubt. Der Besuch verändert Iváns Leben
sowie das der Menschen, die ihn umgeben, radikal. Károly Makk zeigt uns
die Geschichte zweier Menschen, die einander liebten, die jedoch durch
Geschichte und Schicksal auseinander gerissen wurden. Iván muss sich
entscheiden, ob er den Verrat verzeihen kann und mit wem er sein restliches
Leben verbringen möchte. Wer ist letztendlich der Verräter, wer Gewinner
und Verlierer in dieser Geschichte?

__________

 


Foto: Progress-Film

Rosenhügel (Rózsadomb)
Regie: Mari Cantu, Buch: Mari Cantu, Bálint Horváth, Kamera: Tibor Máthé,
Musik: Mick Harvey. Mit Péter Andorai, Erika Marozsán, Naomi Rósza, Ábel
Fekete, Kati Lázár, Anna Szandtner, Ildikó Bánsági, László Szacsvay, Ági
Szirtes, Tamás Dunai, Bálint Révész, Deutschland, Ungarn 2003
 
Budapest 1956, am Vorabend des Einmarsches der russischen Truppen:
In der feudalen Villa auf dem Rosenhügel lebt der führende Genosse Gabor
Palfí mit seiner Frau Teresa und den Kindern Panka und Mischka ein privilegiertes
Leben. Gabor setzt sich mit Leib und Seele für die Ideale einer
längst nicht mehr menschenfreundlichen Partei ein. Unabhängig von den
historischen und politischen Fragen der Zeit treiben Panka und Mischka all
jenen Unsinn, den sich Kinder stets und überall einfallen lassen. Dazu gehören
auch Geheimnisse vor den Eltern, auch wenn das Geheimnis ein Brief an den
Vater ist…

 
__________
 

Quelle: Lexikon des internationalen Films 1999
 
 
 
 
 
 
2. Dokumentarfilme
 

Der unbeerdigte Tote (Temetetlen halott)
Regie: Márta Mészáros, Drehbuch: Éva Pataki und Márta Mészáros
Mit Jan Nowicki, Marianna Moór, Jan Frycz, György Cserhalmi u.a.,
Ungarn/Slowakei/Polen 2004, 127 Minuten
 
„Imre Nagy halte ich für die größte Figur der neueren ungarischen Geschichte.
Als Regisseurin ist mir vollkommen klar, was für eine Verantwortung es ist, über
ihn einen Film zu drehen. Imre Nagy war eine besondere Persönlichkeit, seine
Geschichte ist eine Symbolgeschichte für unsere Zeit.“ (Márta Mészáros)
Der Ministerpräsident Imre Nagy wurde nach der Niederschlagung der Revolution
von 1956 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Film basiert auf Nagys
Tagebuch und den Erinnerungen seiner Tochter Erzsébet Nagy.
 
Filmvorführung am 12. November 18:30, Deutsches Historisches Museum,
Unter den Linden, Kino im Zeughaus
 
__________

 
12 voltam 56-ban
(1956 war ich zwölf)
 
Dokumentarfilm mit Animationen
Regie: Boglárka Edvy und Sándor Silló, Produzent: Réka Sárközy,
Hersteller: 1956-er Institut öffentliche Stiftung
 
Am 23. Oktober 1956 beschließt ein Budapester Junge ein Tagebuch zu führen
und zwar über die Revolution. In seinem Tagebuch will er möglichst alles genau
dokumentieren. Er ist nah am Geschehen. In seiner Straße wird auch gekämpft
und ein Einkaufszentrum geht in Flammen auf. Tag für Tag wird geschossen. In
einem Karton mit der Aufschrift „Revolution“ sammelt er Glasscherben,
Flugblätter und Zeitungsausschnitte. Er ist sehr gut informiert. Ohne Probleme
kann er wichtige Radioansprachen rezitieren und kennt die gängigsten Witze der
Stadt. Mit seinem Freund Jancsi wandert er durch Budapest und vergisst
nie, in sein Tagebuch alles genau zu notieren. Da er keine Fotokamera besitzt,
fertigt er Zeichnungen von zerschossenen Häusern an. Und das Leben geht
weiter. Er nimmt Geigenunterricht und Privatdeutschstunden. Er geht Schlitten
fahren und zum Schweineschlachten nach Rákoskeresztúr zu seiner Oma. In der
Werkstatt eines Verwandten hilft er Abzeichen mit dem Kossuth-Wappen anzufertigen.
Mit seinem Freund entwerfen sie eine Stadt wo die Strassen nach den Helden der
Revolution benannt werden.
 
Der Film versucht mit raffinierten Animationstechniken und Filmaufnahmen die
einmalige Atmosphäre des Tagebuchs zu wiedergeben.
 
Das Tagebuch wurde von Gyula Csics geschrieben.
 
__________



Freedom`s Fury (Wut der Freiheit)
Dokudrama USA 2006-11-03

Der Film behandelt das legendär gewordene Wasserball-Halbfinale zwischen Ungarn und der
Sowjetunion während der Olympischen Spiele in Melbourne im Dezember 1956.
Das Spiel stand im Zeichen der Niederschlagung der Ungarischen Revolution und entwickelte sich zu einer dramatischen Auseinandersetzung zwischen beiden Mannschaften. Als der ungarische Spieler Ervin Zádor in einem Zweikampf während des Spiels am Kopf verletzt wurde und blutend aus dem Becken stieg, drohte ein Gewaltsausbruch unter den Zuschauern, die sich mit der ungarischen Mannschaft solidarisierten. Der Polizei gelang es nur mit Mühe die Ordnung im Stadion wiederherstellen. Trotz aller Anstrengungen der Organisatoren wurde das Spiel vorzeitig beendet und
die Ungarische Mannschaft zum Sieger erklärt. Zahlreiche Spieler der ungarischen Wasserballmannschaft kehrten nach dem Olympiasieg nicht mehr in ihre Heimat zurück und blieben im
Westen. Zádor emigrierte in die USA und wurde dort Schwimmtrainer des späteren siebenfachen Olympiasiegers von München Mark Spitz.

Regie und Drehbuch: Colin Keith Gray, Megan Raney Aarons
Sprecher: Mark Spitz





3. Beiträge

Günter Agde
Ein bisschen Tauwetter in Babelsberg. Eine DEFA-Miszelle




Erinnerung

Projekt
Veranstaltungen
Konferenz
50. Jahrestag 2006
Pressespiegel
Presseinfos
Rundfunk/TV
Vademecum
Veranstaltungsanzeige
Neuerscheinungen