Ungarn 1956 Geschichte und Erinnerung
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Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der ungarischen Revolution 1956

(chronologisch, wird laufend erweitert und aktualisiert)

Tagungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen

Filmvorführungen

Ausstellungen

Konzerte/Lesungen

Tagungsberichte

 
Tagungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen
 
 

Das Jahr 1956 - Vom Posener Juni zur ungarischen Revolution

Termin:
27. Juni 2006, 18.00h
Ort: Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund (In den Ministergärten 1,
10117 Berlin)
 
 
Inhalt: Ausstellung über den Posener Juni, Vortrag von János Tischler
(56er Institut Budapest), über die polnisch-ungarischen Beziehungen 1956,
Podiumsgespräch mit György Dalos, Dr. Annette Leo, Prof. Lech Trzeciakowski und
Dr. Jürgen Danyel, geleitet von Alfred Eichhorn (rbb Inforadio)
 
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Am Tag der Grenzöffnung – Zum Jubiläumsjahr 1956-2006
 
Termin: Sonnabend, 9. September 2006, 19.00h
 
Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66-80,
12277 Berlin
 
 
Inhalt: Ein Picknick verändert Europa. Podiumsdiskussion im Rahmen
der Sonderausstellung "Paneuropäisches Picknick 89". Zeitzeugen der Fluchtbewegung
über Ungarn im Sommer 1989 und des „Paneuropäischen Picknicks“ am 19. August
beleuchten die politische Bedeutung dieser Ereignisse und ihre Folgen für das eigene
Leben. Mit Lázló Nagy, Stiftung Paneuropäisches Picknick ´89, Sopron/Ungarn,
Andreas Waha, Bürgermeister a.D. St. Margarethen/Österreich, Karin Fritzsche,
1989 über Ungarn geflohen und weitere Zeitzeugen der Fluchtbewegung über Ungarn
und des „Paneuropäischen Picknicks“ vom 19. August 1989 beleuchten die politische Bedeutung
dieser Ereignisse und die Folgen für das eigene Leben.
 
Moderation: Ines Geipel, Autorin

Der Eintritt ist frei.
 
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Der Ungarnaufstand und seine Folgen
Erich Loest und János M. Bak im Gespräch
 
Termin: Dienstag, 12. September 2006, 18.00h
 
Ort: Botschaft der Republik Ungarn, Unter den Linden 76, 10117 Berlin
 
 
Inhalt: Begrüßung durch S.E. Dr. Sándor Peisch, Botschafter der Republik Ungarn,
Grußwort von Rainer Eppelmann, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Podiumsgespräch mit János M. Bak und Erich Loest, moderiert von Ulrich Mählert
(Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
 
Als im Herbst 1956 sowjetische Panzer dem demokratischen Frühling Ungarns jäh
beendeten, ging der der damals 27 jährige János M. Bak ins Exil. Nach seiner
Promotion an der Universität Hamburg habilitierte sich der Mittelalterhistoriker
und lehrte unter anderem viele Jahre in Kanada. Stets blieb er dabei der
ungarischen Revolution verbunden, arbeitete in Exilorganisationen und
zählte nach 1989 in Budapest zu den Gründern des „1956er -Instituts“.
Der Schriftsteller Erich Loest war 1953 Zeuge des DDR-Volksaufstandes vom
17. Juni. In der Folgezeit hoffte er auf die Entstalinisierung und einen
erneuerten Sozialismus. Sein kritisches literarisches Schaffen bezahlte er
1957 mit siebenjähriger Haft. 1981 folgte die Ausreise in die Bundesrepublik.
Loests Oeuvre kennzeichnet die scharfsichtige Beschreibung des real-existierenden
Sozialismus in der DDR.
 
Vor dem Zeitzeugengespräch wird die Ausstellung „Grenzen“ der in den
Niederlanden lebenden ungarischen Fotografin Ata Kandó (geb. 1913)
eröffnet. Sie zeigt eine beeindruckende Fotoreportage, mit der die Künstlerin
in den Tagen nach dem Scheitern der Revolution das Leben der
Flüchtlinge in grenznahen Kleinstädten Österreichs dokumentiert hat.
(Die Ausstellung wird bis zum 5. Oktober in der Ungarischen Botschaft gezeigt)
 
Begrüßung
S.E. Dr. Sándor Peisch, Botschafter der Republik Ungarn
 
Grußwort
Rainer Eppelmann, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
 
Podiumsgespräch mit
János M. Bak und Erich Loest, moderiert von Ulrich Mählert
 
Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis zum 8. September
via Email buero@stiftung-aufarbeitung.de oder Telefax 030-23 24 72 24.
 
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1956. Der Aufstand in Ungarn – Der Autor György Dalos im Gespräch
mit Basil Kerski und Elsbeth Zylla. Buchvorstellung
 
Termin: Dienstag, 19. September 2006, 19.00 Uhr
 
Ort: Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung, Hackesche Höfe, Aufgang 1, 5. OG
Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin-Mitte
 
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Verlag C.H. Beck
 
Inhalt: Buchvorstellung und Podiumsgespräch: Der Autor György Dalos im
Gespräch mit Basil Kerski, Chefredakteur der Zeitschrift DIALOG,
Moderation: Elsbeth Zylla
 
„Heute sind die dreizehn Tage des Aufstands bestenfalls in der Debatte
von Historikern oder in der alljährlichen protokollarischen Erinnerung  präsent.
Ein Grund mehr also – der fünfzigste Jahrestag bietet dazu den Anlass
- die Schwarzweißbilder Ungarns und meiner Kindheit mit den dazugehörigen
blassen, eingefallenen Gesichtern, den zerstörten Häusern und
herausgerissenen Pflastersteinen der Budapester Straßen in die Gegenwart
einzublenden.“
György Dalos in „1956 - Der Aufstand in Ungarn“
 
György Dalos erzählt aus der Sicht führender Politiker sowie einfacher
Leute  eindringlich und bewegend den Verlauf des Aufstandes bis zu
seinem tragischen Ende. Seine Chronik des Aufstandes fasst die
Ereignisse auf der Grundlage neuester Erkenntnisse nach Öffnung
der Archive und zahlreicher Interviews mit Zeitzeugen prägnant
zusammen. 17 Aufnahmen des Magnum-Fotografen Erich Lessing,
der für seine Reportagen über die ungarische Revolution den
American Art Directors Award erhielt, illustrieren den Band.
 
György Dalos: 1956 – Der Aufstand in Ungarn. Mit 17 Aufnahmen
von Erich Lessing. München, C.H.Beck 2006.
 
Information und Anmeldung: Heinrich-Böll-Stiftung, Michael Stognienko,
stognienko@boell.de, T. 030-28534-241

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„Erinnerungen 1956“ – Gesprächsrunde
 
Termin: Dienstag, 3. Oktober 2006 (im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Versteckt,
beschlagnahmt ...“)
 
Ort: München (Gasteig)
 
Veranstalter: Generalkonsulat der Republik Ungarn München
 
Inhalt: Die in München lebenden Teilnehmer und Zeugen der Revolution
sprechen (Máté Imre, Borbándi Gyula, Ramsay Győző, Halász Péter, Boór János,
Molnár József, Harsay György, Pfitzner Rudolf. Moderation: Andreas Oplatka) 
 
 

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Auftaktveranstaltung zur internationalen wissenschaftlichen Konferenz
„Ungarn 1956. Kontext - Wirkung - Mythos”
 
Termin: Mittwoch, 4. Oktober 2006, 19.00h
 
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie Berlin, Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal
 
Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes. 
 
Inhalt:
19.00h Begrüßung
 
19.30-21.00h Podiumsdiskussion:
Ungarn 1956 und die Aufstände im Ostblock -
Über die Schwierigkeiten, Revolutionen zu erinnern
 
Teilnehmer:
Péter Kende, Institut ’56, Budapest
Gerd Koenen, Publizist, Frankfurt/Main
Adam Krzeminski, Publizist, Warschau´
Moderation:
Franziska Augstein, München
 
Anschließend Empfang
 
Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis zum 29. September 2006
Email: podium@ungarn1956.de, Fax: 0331/2899140 
 

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„Ungarn 1956. Kontext - Wirkung - Mythos” – internationale
wissenschaftliche Konferenz
 
Termin: Dienstag, 4.- Freitag, 6. Oktober 2006
 
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Jägerstraße 22/23,
10117 Berlin, Einstein-Saal 
 
Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.
 
Inhalt:
Die ungarische Revolution von 1956 markiert nicht nur eine wichtige Zäsur in der
ungarischen Geschichte, sondern auch in der deutsch-deutschen und europäischen
Nachkriegsgeschichte. Neben dem 17. Juni 1953, dem „Prager Frühling“ 1968, der
Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność 1980 in Polen und den
friedlichen Revolutionen 1989 gehört der ungarische Aufstand zu den wichtigsten
Massenprotesten in den Ländern des Ostblocks. Ähnlich wie die Protestbewegung
von 1953 in der DDR wurde der ungarische Aufstand gewaltsam durch das militärische
Eingreifen der Sowjetunion beendet. Eine weitere militärische Intervention folgte
im August 1968 in der Tschechoslowakei. Erst 1980/81 schreckte die Sowjetunion
in Polen vor dem Einsatz ihrer Truppen zurück: das sowjetische Imperium begann
zu zerbröckeln.
Die internationale Konferenz „Die ungarische Revolution 1956: Kontext - Wirkung -
Mythen“ knüpft an die zahlreichen, in den letzten 15 Jahren veröffentlichten
Publikationen und Diskussionen zu diesem Schlüsselereignis der ungarischen
Geschichte und seinen Auswirkungen auf die benachbarten Länder an und soll
insbesondere neuere Forschungsergebnisse zur Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte
der ungarischen Revolution vorstellen.
Angestrebt wird eine transnationale Perspektive, die die Wechselwirkungen zwi­schen
den verschiedenen Krisensituationen im Ostblock in den Blick nimmt und die traditionelle
politikgeschichtliche Perspektive auf die Ereignisse durch neuere sozial- und
kulturgeschichtliche Ansätze erweitert.
In dieser Hinsicht möchte die Konferenz insbesondere einen Beitrag zur Verstärkung
und Verstetigung der Kooperationsbeziehungen mit den einschlägigen ungarischen
Forschungseinrichtungen, darüber hinaus aber auch auf dem Gebiet der
vergleichenden Kommunismusforschung in Mittelosteuropa insgesamt leisten.
Gleichzeitig soll sie sichtbar machen, welchen Stellenwert die Auseinandersetzung
um 1956 in Ungarn bis heute hat.
Mit ihr soll ein besonderer Akzent in der um den 50. Jahrestag zu erwartenden
öffentlichen Diskussion über den Stellenwert des ungarischen Volksaufstandes
gesetzt und damit ein unmittelbarer Beitrag zur innereuropäischen Verständigung
geleistet werden.
Die Tagung zielt neben der wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit auch auf ein
breiteres (kultur-)geschichtsinteressiertes Publikum.
 
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Imre Nagy – Vom Parteisoldaten zum Märtyrer der ungarischen Revolution
Buchvorstellung
Termin: Donnerstag, 5. Oktober 2006, 18.00 Uhr
 
Ort: Botschaft der Republik Ungarn, Unter den Linden 76, 10117 Berlin
 
 
Inhalt: Dr. János M. Rainer im Gespräch mit dem Journalisten Dr. Andreas
Oplatka
 
Imre Nagy (1896–1958) wurde in der Nacht zum 24. Oktober 1956 zum
zweiten Mal nach 1953 Ministerpräsident Ungarns. Sein Name
wurde binnen weniger Tage weltbekannt, als er, ohne es geplant zu
haben, zur Zentralfigur des ungarischen Volksaufstandes wurde. Die
ungarische Revolution wurde von sowjetischen Panzern beendet,
Imre Nagy nach Rumänien verschleppt, verhaftet und 1958 nach
einem Schauprozess in Budapest hingerichtet. Er blieb als »Märtyrer
der Revolution von 1956« im Gedächtnis der westlichen Welt mehr
als jeder andere die Symbolfigur des dramatischen Freiheitskampfes
der Ungarn gegen die Sowjetherrschaft.
János M. Rainer hat den Werdegang Imre Nagys vom kommunistischen
Parteisoldaten aus der ungarischen Provinz zum Antistalinisten und
Patrioten auf der Grundlage ungarischer und sowjetischer Quellen
nachgezeichnet. Die im Schöningh-Verlag erschienene Biographie
ist ein wichtiger Beitrag zum 50. Jahrestag der ungarischen Revolution.
 
János M. Rainer: Imre Nagy. Vom Stalinisten zum Märtyrer des
ungarischen Volksaufstands. Eine politische Biographie 1896 – 1958.
Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2006.
 
János M. Rainer, Dr. phil., geb. 1957, ist Direktor des Instituts für die
Geschichte der Ungarischen Revolution 1956 in Budapest und durch
zahlreiche Veröffentlichungen zur Reform- und Revolutionszeit bekannt.
 
Dr. Andreas Oplatka, Jg. 1942, emigrierte Ende 1956 mit seinen Eltern in
die Schweiz. 1968 bis 2004 politischer Korrespondent der Neuen Zürcher
Zeitung in Stockholm, Paris, Moskau und Budapest. 2004 Habilitation,
Lehrbeauftragter in Wien und Budapest.
 

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Buchvorstellung und Podiumsgespräch: "Geliebte Liv" von Iván Sándor -
Eine literarische Verschränkung von Historie und Einzelschicksal
 
Termin: Dienstag, 10. Oktober 2006, 19.00 Uhr
 
Ort: Thüringische Landesvertretung beim Bund, Mohrenstraße 64
oder Kinosaal des Collegium Hungaricum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 9
 
 
Inhalt: Der Autor Iván Sándor im Gespräch mit György Fehéri.
 
Iván Sándor gehört zu den renommiertesten ungarischen Schriftstellern
der Gegenwart. Den Schwerpunkt seiner Thematik bilden Traumata, die auf
den Europäern des 20. Jahrhunderts lasten. Zum 50. Jahrestag des Ungarischen
Aufstandes von 1956 erscheint sein Roman "Geliebte Liv" jetzt auf Deutsch.
Drei Männer und eine Frau. Eine tragische Konstellation. Die Verschränkung
von Historie und Einzelschicksal, der Verlust von kultureller und damit oft
auch persönlicher Identität und die Konsequenz solcher Prozesse: Vernichtung
und Selbstvernichtung. Und zugleich: Eine Hymne an das Leben.
 
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Wissenschaftliches Kolloquium: Der Ungarnaufstand.
Das Jahr 1956 in der Geschichte des 20. Jahrhunderts
 
Termin: Donnerstag, 12. Oktober 2006 09.30h
 
Ort: Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Karlstrasse 4, Heidelberg
 
 
Das wissenschaftliche Kolloquium ist ein Versuch, die Bedeutung des ungarischen
Volksaufstandes 1956 in der europäischen Geschichte bzw. in der Weltgeschichte
des 20. Jahrhunderts zu untersuchen, die Ereignisse in einen gemeinsamen historischen
Prozess einzubetten. Unser Ziel ist, Fragen zu stellen und in der Diskussion danach auch
Antworten zu bekommen. Es wurden Historiker und andere Wissenschaftler sowohl
aus Deutschland und Ungarn, als auch aus Paris und Wien eingeladen.
 
Teilnehmer des Kolloquiums: György Dalos,Schriftsteller, Berlin,
Prof. Dr. Ágnes Erdélyi, Institut für Philosophie, Eötvös-Loránd-Universität, Budapest,
Dr. Márta Fata, Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde,
Forschungsbereich Neuere Geschichte, Tübingen,
Márkus Keller, Doktorand, Budapest und Berlin,
Dr. Péter Kende, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Instituts für die Erforschung der
Geschichte der Revolution 1956, Auswärtiges Mitglied der Ungarischen Akademie
der Wissenschaften, Paris und Budapest,
Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg, Präsident der Heidelberger Akademie für
Wissenschaften, Heidelberg,
András Lénárt, Doktorand, Budapest,
Prof. Paul Lendvai, Chefredakteur und Mitherausgeber der Vierteljahreszeitschrift
»Europäische Rundschau«, Leiter des »Europastudios « von ORF-TV, Wien,
Prof. Dr. Attila Pók, Stellvertretender Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaft
der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest,
Dr. Lerke von Saalfeld, Literaturhistorikerin, Journalistin, Stuttgart,
Prof. Dr. E. Szilveszter Vizi, Präsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest,
Prof. Dr. Eike Wolgast, Historisches Seminar, Universität Heidelberg, Heidelberg,
Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Historisches Seminar, Universität Heidelberg, Heidelberg.
 
Unser Gastgeber ist die Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Die Teilnahme
des Präsidenten der Ungarischen Akademie der Wissenschaften bedeutet eine besondere
Anerkennung dieses Kolloquiums.
Die wichtigsten Themen bzw. Fragen, die in den Diskussionen nach den Vorträgen
angesprochen werden sollen, sind u.a.: Fand 1956 ein sozialistischer Volksaufstand,
ein nationaler Befreiungskampf oder eine antitotalitäre Revolution statt? Welche
Rolle hatten die Arbeiterräte in der Revolution und welche die ungarischen Intellektuellen
vor und nach 1956? Wo lagen die Schwerpunkte der Emigration nach '56? Welche
zeitgenössischen Untersuchungen führten Hannah Arendt und Karl Jaspers über die
Revolution durch? Aber vor allem: Wie können die internationalen Bezüge der ungarischen
Revolution bewertet werden?
Sprache: Deutsch.
Falls Sie Interesse am Kolloquium haben, melden Sie sich bitte unter:
(0049) / (0)711/1 64 87 17.
Nach dem wissenschaftlichen Kolloquium folgt ein öffentlicher Vortrag an der Heidelberger
Universität.
 
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Öffentlicher Vortrag. Paul Lendvai: Erinnerungen an 1956
 
Termin: Donnerstag, 12. Oktober 2006, 18.00 Uhr
 
Ort: Universität Heidelberg, Heuscheuer, Hörsaal I,
Ecke Marstallstraße/Neckarstaden
 
 
Paul Lendvai: Erinnerungen an 1956
Geb. 1929 in Budapest, Jurastudium. Seit 1957 in Österreich, seit 1959 österreichischer
Staatsbürger. Mitglied des Internationalen Instituts für Strategische Studien und des
Internationalen Presseinstituts, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft
für Außenpolitik und internationale Beziehungen sowie Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen
für Mittel- und Osteuropa der Bertelsmann-Stiftung. 1960 bis 1982 Wiener
Korrespondent der »Financial Times«, Kolumnist für österreichische, deutsche
und schweizer Zeitungen und Rundfunkanstalten. 1987 bis 1998 Intendant
von Radio Österreich International, dann Konsulent und Kommentator für internationale
Fragen. Leiter des »Europastudios«. Buchautor.
 
Moderation: Márta Fata
 
Im Anschluss Sektempfang
 

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Kolloquium – Neue Quellenstudien zur ungarischen Revolution von 1956.
Audiovisuelle, publizistische und rechtliche Dokumente - Methoden ihrer
Auswertung
 
Termin: Freitag, 13. Oktober 2006, 10-16.00h
 
Ort: Literaturhaus, Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München
 
Veranstalter: Ungarisches Institut München und Nationalbibliothek Széchényi
(Budapest), mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei
 
Inhalt:
Eingebettet in einen binnenungarischen und internationalen Kontext begann am
23. Oktober 1956 die ungarische Revolution – ein Ereignis, das die Entwicklung
Ungarns, aber auch des östlichen Bündnissystems bis 1989 maßgeblich beeinflußt
hat. Zu ihrem 50. Jahrestag setzt das Kolloquium in einem textorientierten und
einem audiovisuellen Block Aspekte ihrer Geschichte und nachwirkenden Bedeutung
ins Licht bisher unbekannter oder unbearbeiteter Dokumente.
Aus einer involvierten Außenperspektive wird die zeitgenössische Berichterstattung
im Münchener „Radio Free Europe" zweifach zur Quelle, da der Referent damals
Redakteur der ungarischen Abteilung war. Der zweite Vortrag bietet jüngste Erkenntnisse
aus der Rechtswissenschaft über die Möglichkeit dar, das mit 1956 zusammenhängende
Unrecht im kommunistischen System zu bewältigen. Anschließend werden die gegen
Ende des Aufstands hauptsächlich in Budapest aufgenommenen Bilder des weltberühmten
Fotografen Stefan Moses als künstlerisch bedeutsame und sozialgeschichtlich
aussagekräftige Raritäten der ikonographischen Forschung gewürdigt.
Der audiovisuelle Block bringt eigens für diesen Anlaß zusammengestellte und kommentierte
Materialien aus der Sondersammlung Historischer Interviews der ungarischen
Nationalbibliothek. Er gewährt neue Einblicke in den Alltag des „gefilmten" Aufstands.
 
Weitere Informationen 
 
Programm

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Podiumsgespräch "Ungarn 1956 - Reflexionen und Rekonstruktionen"
 
Termin: Dienstag, 17. Oktober 2006, 18.00 Uhr
 
Ort: Botschaft der Republik Ungarn Berlin, Unter den Linden 76, 10117 Berlin
 
 
Inhalt:
Die Veranstaltung zeigt durch konkrete Beispiele die unterschiedlichen Reflexe,
Rekonstruktionen und Interpretationen der Zeitzeugen-Generation und der
Nachfolgegeneration in Ungarn im Zusammenhang mit der ungarischen Revolution
1956. Erstere wird durch das Buch „Auf beiden Seiten der Barrikaden” von Éva Háy
(Kiepenheuer, Leipzig 1994), letztere durch das Werk „Mit einem Geheimnis leben – die
Schicksale der Kinder der Verurteilten von 1956” von Zsuzsanna Kőrösi und Adrienne Molnár
(Schäfer Verlag, Herne 2005) vertreten. Diesen Ansichten werden als Kontrapunkte
entsprechende Zitate aus MfS-Akten wie besipielsweise aus der Direktive „Zur
Verhinderung von Provokationen und konterrevolutionären Umtrieben“ (Wollweber,
05.12.1956) gegenübergestellt.
 
Einführung und Moderation: Barbara Dobrick (Autorin, Berlin)
Gesprächspartnerin: Adrienne Molnár (Autorin, 56-er Institut, Budapest)
Rezitatoren: Tibor Schäfer (Verleger) und Helmut Büscher (Sprecher)
 
Anmeldung bis zum 14.10.2006: Email: veranstaltungen@kum.hu oder
Fax: 030-20310105
 
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Podiumsgespräch: Revolte für Europa – der ungarische Aufstand vor 50 Jahren
 
Termin: Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20.00h
 
Ort: Rathaus Fellbach, Großer Saal 
 
Veranstalter: Stadt Fellbach, SWR 2
 
Inhalt: Podiumsgespräch mit Bernd-Rainer Barth, György Dalos, Prof. Michael Stürmer,
Moderation: Eggert Blum 
 
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadt Fellbach „Ungarn 1956 –
Erinnerungen an eine europäische Revolution“
 

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Symposium: 1956 und was davon bleibt
 
Termin: Freitag, 20. Oktober 2006, 14-18.00h
 
Ort: Rathaus Fellbach, Großer Saal 
 
Veranstalter: Stadt Fellbach
 
Inhalt:
 
14.00h Prof. Holger Fischer, Hamburg: 1956 – Vom Protest zum nationalen
Freiheitskampf.   Rekonstruktion und Bewertung
 
15.00h Rudolf Ungváry, Budapest: 1956 – Verspätetes Ende des 19. Jahrhunderts.
Ursachen des ungarischen Sonderwegs und die Folgen
 
16.00h Prof. Eberhard Jäckel, Stuttgart: Der ungarische Aufstand im weltpolitischen
Zusammenhang
 
17.00h László Földényi, Budapest: Konfliktreiches Gedenken – Anmerkungen zur
ungarischen Erinnerungskultur
 

Moderation: Lerke von Saalfeld
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadt Fellbach „Ungarn 1956 – Erinnerungen an
eine europäische Revolution“

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Gedenkfeier zum 50. Jahrestag der ungarischen Revolution – Zentraler Festakt für
Baden-Württemberg
 
Termin: Freitag, 20. Oktober 2006, 19.00h
 
Ort: Fellbach, Schwabenlandhalle, Hölderlinsaal
 
 
Inhalt:
Zentraler Festakt für Baden-Württemberg. Unser Gastgeber für die diesjährige
baden-württembergische Gedenkfeier zur Ungarischen Revolution von 1956 ist die Stadt
Fellbach.
Mit der Ausrichtung des Festaktes möchte die Stadt ein weiteres Jubiläum würdigen.
Vor genau 20 Jahren, im Jahre 1986 schlossen Fellbach und Pécs (Fünfkirchen) die erste
deutsch-ungarische Städtepartnerschaft. Dem Beispiel dieser beiden Pioniere sind seitdem
zahlreiche andere Städte gefolgt. So ist die Zahl der deutsch-ungarischen
Städtepartnerschaften in den letzten Jahren allein in Baden-Württemberg auf 114
gestiegen. Nicht versäumt sei der Hinweis, dass Pécs, Fellbachs ungarische Partnerstadt,
2010 gemeinsam mit Essen Europäische Kulturhauptstadt sein wird.
 
Programm: Begrüßung: Christoph Palm MdL, Oberbürgermeister der Stadt Fellbach
Grußworte: Willi Stächele MdL, Minister des Staatsministeriums und für europäische
Angelegenheiten, Staatsministerium Baden-Württemberg, Dr. Sándor Peisch, ungarischer
Botschafter in Berlin
Festvortrag: György Konrád, Schriftsteller, Ungarn.
Musikalisches Rahmenprogramm: Trio Lignum, Ungarn. Mitglieder: György Lakatos
(Fagott), Csaba Klenyán (Klarinette) und Lajos Rozmán (Klarinette).
 
Mit freundlicher Unterstützung: Stadt Fellbach, Fellbacher Bank und Volksbank Rems.
 
Anmeldung erforderlich beim Persönlichen Referat, Stadt Fellbach, Tel.: 0711 / 58 51-303,
 
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadt Fellbach „Ungarn 1956 – Erinnerungen an
eine europäische Revolution“
 
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Festvortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ungarn 1956 -
Meilenstein auf dem Weg zum Vereinten Europa"
Termin: Samstag, 21.Oktober 2006, 19.30 Uhr
 
 
Inhalt: 19.30 Uhr Festvortrag unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters
der Stadt Karlsruhe Heinz Fenrich, mit György Konrád und Judith Gyenes,
Moderation: Lerke von Saalfeld
 
Ausschnitte aus dem Film: »Glockenläuten um halb Eins«
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Emigranten 1956 – Konferenz
 
Termin: Sonntag, 22. Oktober 2006
 
 
Veranstalter: Ungarisches Kulturinstitut Stuttgart mit Beteiligung der
deutsch-ungarischen Organisationen
 
Inhalt: Konferenz über die Integrationsgeschichte ungarischer Emigranten in
Baden-Württemberg unter der Schirmherrschaft von Dr. Gábor Benczúr-Ürmössy
(Bund der 1956-er).
 

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"Setting the Record Straight: Radio Free Europe and the 1956 Hungarian
Revolution"

Termin: October 24 2006, 4:00 p.m. - 5:30 p.m.

Ort: Woodrow Wilson International Center for Scholars, Washington, D.C.

Inhalt:
with: Dr. A. Ross Johnson, former director, Radio Free Europe,
Research Fellow, Hoover Institution, and Senior Scholar, Woodrow Wilson Center

Dr. Kori Schake, Distinguished Professor of International Security Studies
The United States Military Academy at West Point, NY.

Paul Henze, US Department of State (Retired)

THE COLD WAR INTERNATIONAL HISTORY PROJECT (CWIHP) is a clearinghouse and
research institute for international Cold War history based at the Woodrow
Wilson International Center for Scholars in Washington, D.C. CWIHP
collects, translates, and publishes declassified documents from former
Communist world and other archives. It supports the full and prompt
release of historical materials by governments on all sides of the Cold
War, and seeks to accelerate the process of integrating new sources,
materials and perspectives from the former "Communist bloc" and other
countries into Cold War historiography.

A tax-exempt public charity, the Cold War International History
Project/Woodrow Wilson Center receives funding from the Korea Foundation,
the Henry Luce Foundation, the John D. and Catherine T. MacArthur
Foundation, and other donors.
 
__________


Vergiss Ungarn nie!
Begegnungsreise anlässlich des 50. Jahrestages des ungarischen
Volksaufstands von 1956
 
Termin: Vorbereitungstreffen: Freitag, 20. Oktober 2006,
Reise: 21.-28. Oktober 2006
 
Ort: Reise nach Ungarn
 
 
Inhalt: Aus Solidarität mit den aufständischen Arbeitern in Posen gehen
am 23. Oktober 1956 in Budapest Studenten/innen auf die Straße. Ihre
Forderung: Demokratie und die Unabhängigkeit Ungarns. Noch in der
Nacht weiten sich die Demonstrationen zum Volksaufstand aus, es soll
umfangreiche Reformen, freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem geben.
Am 1. November 1956 schließlich tritt Ungarn aus dem Warschauer Pakt aus.
Nur wenige
Tage danach marschieren sowjetische Truppen in Ungarn ein und schlagen
die ungarische Revolution blutig nieder.
 
Fünfzig Jahre nach dem Volksaufstand begeben sich junge Medienmacherinnen
und Medienmacher der Begegnungsreise aktiv auf Spurensuche nach den
Ereignissen des Jahres 1956. Was genau geschah damals, was geschah
außerhalb der Metropole Budapest? Wer waren die Akteure, woran erinnern
sich Zeitzeugen und in welcher Form wird heute an den Volksaufstand erinnert?
In Begegnungen mit jungen Medienmacherinnen und Medienmachern
aus Ungarn können die Teilnehmenden Antworten auf diese Fragen finden
und zugleich die Arbeits- und Sichtweisen der ungarischen Kolleginnen und
Kollegen kennen lernen. Die Gedenkfeiern am 23. Oktober 2006 in Budapest
bieten hier einen idealen Rahmen.

Reiseberichte und Bilder Reise auf BPB

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Konferenz 50 Jahre danach: 1956 in Ostmitteleuropa
(Jahrestagung des GWZO)
 
Termin: 26.10.2006-27.10.2006
 
Ort: Polnisches Institut Leipzig, Markt 10, D-04109 Leipzig
 
 
Inhalt:
Jahrestagung des GWZO "50 Jahre danach: 1956 in Ostmitteleuropa"
("50 Years After: 1956 in East Central Europe")

Tagungsbericht bei H-Soz-u-Kult

 
Donnerstag, 26. Oktober 2006
 
18:00
Abendvortrag: Andrát Masát (Direktor des Collegium Hungaricum, Berlin)
Revolution in Ungarn 1956 in der ungarischen Erinnerungspolitik
und Gedächtniskultur
 
Anschließend kleiner Empfang
 
20:00-20:55
 
Vorführung des Films:
„Ein heißer Herbst im kalten Krieg: Ungarn 1956“ © Institut 1956,
Budapest (2006), 55 Min., OmU
 
Freitag, 27. Oktober 2006
 
10:00 Begrüßung:
Winfried Eberhard (Direktor des GWZO Leipzig)
 
Einführung: Stefan Troebst (Stellv. Direktor des GWZO Leipzig)
Frank Hadler (GWZO Leipzig)
 
10:30-12:00
 
I: Wirtschaft und Gesellschaft / Economy and Society
 
Christoph Boyer (Universität Salzburg)
Wegscheide und Schlüsselereignis: „1956“ und die langfristigen Auswirkungen auf die ostmitteleuropäischen Wirtschaften und Gesellschaften
 
Kaffeepause
 
Kommentar: PhilippTher (Europa Universität Viadrina Frankfurt/Oder)
Kommentar: Jürgen Danyel (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)
 
Diskussion
 
Moderation: Hannes Siegrist (Universität Leipzig)
 
Mittagspause
 
13:30-15:00
 
II: Politik und internationale Beziehungen / Politics and International Relations
 
Krzysztof Ruchniewicz (Direktor des Willy Brandt Zentrums Wrocław)
Das Jahr 1956 in Polens Geschichtspolitik
 
Kommentar: Michał Maliszewski (Direktor des Polnischen Instituts)
Kommentar: Dušan Kováč (Akademie der Wissenschften Bratislava)
 
Diskussion
 
Moderation: Matthias Middell (Universität Leipzig)
 
Kaffeepause
 
15:30-17:00
 
III: Kultur und Kunst / Culture and Fine Arts
 
Peter Zajac (Humboldt-Universität zu Berlin)
Kulturelle Erwartungen und Illusionen des Jahres 1956
 
Kommentar: Bernd Karwen (Polnisches Institut Leipzig)
Kommentar: Siegfried Lokatis (Zentrum für Zeithistorische
Forschung Potsdam)
 
Diskussion
 
Moderation: Stefan Troebst (GWZO Leipzig)
 

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Zwischen Tauwetter und neuem Frost – Entstalinisierungskrise 1956
und die Folgen. Wissenschaftliche Konferenz

Termin:  26. – 28.Oktober 2006

Ort: Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund, Mohrenstr. 64, 10117 Berlin
 
 
Inhalt:
Am 25. Februar 1956 hielt Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU
seine berühmte Geheimrede über den „Personenkult“ und die Verbrechen Stalins. Er
leitete damit im kommunistischen Machtbereich eine Entwicklung ein, die durch
Justizkorrekturen, Milderungen in der Herrschaftsausübung und Erweiterungen von
politischen Spielräumen geprägt war. Dieser Prozess, für den sich der Begriff
Entstalinisierung eingebürgert hat, entwickelte in einigen Satellitenstaaten eine
krisenhafte Dynamik. Am weitesten ging er in Ungarn, wo die kommunistische Herrschaft
sehr bald vor ihrem Ende stand und nur durch eine militärische Intervention gerettet werden
konnte.
 
Im Jahr 1956 kulminierten Entwicklungen, die für eine längere Phase prägend waren. Hier
setzt die Tagung einen Schwerpunkt, verfolgt die Thematik aber darüber hinaus: Es spricht
einiges dafür, Entstalinisierung und Entstalinisierungskrisen in einem Zeitraum von 1953 bis
1968 zu betrachten. Die maßgeblichen Entstalinisierungsimpulse 1953, 1956 und 1961 gingen
zwar von der Sowjetunion aus, die Entwicklung in den Satellitenstaaten entfaltete aber eine
eigene Dynamik. Größere innenpolitische Gestaltungsspielräume und eine begrenzte
Souveränität können – trotz Ungarn – als ein Resultat dieses Prozesses angesehen
werden. Die Entstalinisierung ist daher durch Ungleichzeitigkeiten geprägt und hat in den
einzelnen Ländern unterschiedliche Ausprägungen angenommen.
 
Die Thematik bietet ein weites Feld für komparative und beziehungsgeschichtliche Fragen. Die
Tagung greift die laufenden Diskussionen dazu auf und vertieft sie auf dem Hintergrund
neuerer Forschungen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die Entwicklung
der geheimpolizeilichen und justiziellen Repressionsstrukturen. In diesem Zusammenhang
wird die Frage zu diskutieren sein, ob der Verzicht auf offen terroristische Methoden
der Herrschaftsausübung nicht zwangsläufig eine Tendenz zu einer noch intensiveren
und umfassenderen Überwachung der Gesellschaft implizierte.
 
Die Tagung soll – neben dem Austausch neuer empiriegestützter Erkenntnisse – grundlegende
Fragen zum Wesen kommunistischer Herrschaft aufwerfen. Was unterscheidet den Stalinismus
vom Kommunismus nach Stalin? Wo sind Elemente der Kontinuität, wo solche des Wandels?
Wo befinden sich die systemimmanenten Grenzen der Entstalinisierung? Unterliegen die
ausgelösten krisenhaften Entwicklungen bestimmten Zwangsläufigkeiten? Worin
bestanden Gemeinsamkeiten, worin die Unterschiede der Entwicklung in den
einzelnen Ostblockstaaten? Ist die Entstalinisierung als ein spezifischer
Modernisierungsprozess zu begreifen oder belegen ihre Grenzen gerade die Unfähigkeit
des Kommunismus, sich zu modernisieren?
 
Tagunsprogramm
 
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Gedenkveranstaltung in Bonn
 
Termin: Freitag, 27. Oktober 2006
 
Ort: Bonn
 
 
Inhalt: Veranstaltung der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der Bundesrepublik e.V.
anlässlich des ungarischen Nationalfeiertages.
 

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Ungarn 1956-2006 in Frankfurt – Teil 2
 
Termin: Samstag, 28. Oktober 2006
 
Ort: Frankfurt am Main (Paulskirche)
 
 
Inhalt: Zentrale Gedenkveranstaltung in Deutschland mit der Teilnahme von
Oberbürgermeisterin Petra Roth (angefragt) und Imre Pozsgay.
 
Vormittag: Veranstaltung in deutscher Sprache mit László Sólyom,
Präsident der Republik Ungarn, und Helmut Kohl, Bundeskanzler a.D.
Nachmittag: Gedenkfeier in ungarischer Sprache – organisiert von dem Bund
Ungarischer Organisationen in Deutschland
 

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Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestages der ungarischen
Revolution und des Freiheitskampfes 1956
 
Termin: Montag, 6. November 2006, 17.30 Uhr
 
Ort: Bremen, Imre-Nagy-Platz
 
Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen
 
Inhalt:
Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestages der ungarischen Revolution und des
Freiheitskampfes 1956 mit Kranzniederlegung.
 
Begrüßung: Jens Böhrnsen (Präsident des Senats, Bürgermeister der Freien Hansestadt
Bremen)
Festrede: Imre Mécs, Budapest
 
Im Anschluss im Kaminsaal des Neuen Rathauses in Bremen:
Zeitzeugengespräch mit Imre Mécs (Budapest), Judit Gyenes (Budapest, angefragt) und
Judit Magos (Schweiz). Moderation: György Dalos.
 

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Die Ungarndeutschen in den Revolutionen von 1848/49 und 1918/19
Vorträge von Dr. Kathrin Sitzler, München, und Dr. Norbert Spannenberger, Leipzig
 
Termin: Montag, 18. September, 18.30 Uhr
 
 
 
Inhalt:
Die Jahre 1848/49 und 1918/19 sind Schlüsseldaten der ungarischen Geschichte –
nicht nur für die magyarische Bevölkerung des Landes, sondern auch für die zahlreichen
Minderheiten. Insbesondere auf die in mehreren Teilen des Landes vertretenen Deutschen
hatten die historischen Ereignisse ausgesprochen unterschiedliche Auswirkungen und
führten so zu sehr verschiedenen Interessenlagen und Verhaltensweisen.
 
Dr. Kathrin Sitzler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Südost-Institut München,
Dr. Norbert Spannenberger arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas der
Universität Leipzig.
 

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Reflections on the Hungarian Revolution and Its Repercussions
on National Identity in Eastern Europe. American Academy Dialogue
 
Termin: Dienstag, 7. November 2006, 20.00h
 
Ort: The American Academy in Berlin, Hans Arnold Center, Am
Sandwerder 17-19, 14109 Berlin – Wannsee
 
 
Inhalt: American Academy Dialogue:
Paul Lendvai, Editor-in-Chief and Co-Publisher, Europäische Rundschau
Anne Applebaum, The Washington Post
„Die ungarische Revolution in der polnischen Tradition“ – Vorträge
 

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„Ungarn 1956“ – Programmreihe und Schulprojekt in Erfurt
 
Termin: November 2006 (Preisverleihung und Filmveranstaltungen),
zuvor: Schulprojektwochen (September-Oktober)
 
Ort: Erfurt
 
 
Inhalt: Thüringer Gymnasiasten führen Interviews mit Menschen in
ihrer Umgebung über die Erinnerung an 1956. Im November werden die Projekte
der Schüler mit Preisen geehrt und im Rahmen der Thüringischen Schulfilmwochen
werden ungarische und deutsche Filme zum Thema gezeigt.
 

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Ungarn 1956 und die Schweiz
Flüchtlinge – Antikommunismus – Erinnerung
 
Termin: 17.11.2006, 10.00 Uhr
 
Ort: Universität Bern, 5. Obergeschoss, Kuppelraum, Hochschulstrasse 4, CH-3012 Bern
 
Veranstalter: Prof. Dr. Brigitte Studer Universität Bern, Schweizer und Neueste Allgemeine Geschichte, In Zusammenarbeit mit Dr. Christophe v. Werdt, Schweizerische Osteuropabibliothek, Bern
 
Der Ungarn-Aufstand von 1956 markiert in der schweizerischen Nachkriegsgeschichte einen wichtigen Einschnitt. Nach dessen Niederschlagung fanden rund zwölftausend ungarische Flüchtlinge in der Schweiz eine neue Heimat. Grosse Teile der Bevölkerung, der Presse und des Parlaments verurteilten den Einmarsch sowjetischer Truppen und zeigten große Bereitschaft, Flüchtlinge aus Ungarn aufzunehmen.
Diesem gedenkwürdigen historischen Ereignis widmet die Abteilung für Schweizer und Neueste Allgemeine Geschichte der Universität Bern eine wissenschaftliche Tagung mit dem Thema Ungarn 1956 und die Schweiz.
Im Zentrum des Anlasses steht nicht die Geschichte Ungarns. Vielmehr nimmt die Tagung den 50. Jahrestag des Ungarn-Aufstandes zum Anlass, nach dessen Auswirkungen in der Schweiz zu fragen.
 
Programm:
Freitag, 17. November 2006
 
10.00 Prof. Dr. Brigitte Studer, Universität Bern und eine Vertretung der ungarischen Botschaft in Bern: Empfang und Begrüssung
 
10.15
Dr. Patrick Kury, Universität Bern: Von "unerwünschten Elementen" zum "Vorzeigeflüchtling": Der Ungarnaufstand und das Bild des Ostflüchtlings
 
10.45 Pause
 
11.15
Dr. Peter Haber, Universität Basel: Ungarische Flüchtlinge – Erfahrungen
 
11.45 Diskussion
 
12.15 Mittagessen
 
14.00
Dr. Christophe v. Werdt, Schweiz. Osteuropabibliothek, Bern: Der Ungarnaufstand und die nicht-universitäre "Ostforschung" in der Schweiz
 
14.30
Lic. phil. Anton-Andreas Speck, Universität Bern: Schweiz 1956: Formation einer neuen "antikommunistischen Generation"
 
15.00 Diskussion
 
15.30 Pause
 
16.00 Dr. Julia Richers, Universität Basel: 1956 als Erinnerungsort - Die Bewertung des ungarische Aufstands damals und heute
 
16.30 Diskussion
 
17.00 Schluss der Tagung
 
Die Veranstaltung ist öffentlich. Es besteht keine Anmeldepflicht.
 

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Befreit Lukács! Ungarnaufstand, Fall Georg Lukács und DDR-Opposition 1956:
Wer war Georg Lukács?
 
Termin: 18.11.06, 11.00 Uhr
 
Ort: Maschinenhaus der Kulturbrauerei
 
 
Inhalt:
Texte von Lukács, szenische Lesung aus István Eörsi: Die Stimme seines Herrn,
Podium mit Rüdiger Dannemann, Sebastian Kleinschmidt, György Fehéri,
Mod.: Thorsten Schilling 11h

Der Ungarn-Aufstand, Michael Kluth: Der Bürgermeister, der Dichter und ein toter Held /
Lesung von György Dalos: Ungarn 1956, 14 Uhr

Befreit Lukacs!, Texte von Becher, Harich, Heym, Janka, Just sowie Gerichtsurteile und
Reden von Kuba, Bredel und Ulbricht, 16.30 Uhr

Opposition an der HU, in Leipzig und anderswo, Podium mit Thomas Ammer, Gustav Just,
Ilko-Sascha Kowalczuk und Erich Loest, Mod.: Thomas Krüger, 18.30 Uhr

Exodus der Hoffnung, von und mit: Ingrid und Gerhard Zwerenz, 21 Uhr
 

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Podiumsgespräch. Das internationale Krisenjahr 1956 und seine Folgen
 
Termin: Dienstag, 28. November 2006, 18:00 Uhr
 
Ort: Militärgeschichtliches Forschungsamt, Zeppelinstraße 127/128, 14471 Potsdam
 
 
Inhalt: Turbulenter hätte das Jahr 1956 kaum verlaufen können: Hatte der XX.
Parteitag der KPdSU noch Hoffnungen auf ein Ende des Kalten Krieges geweckt,
zeigten die Niederschlagung des Posener Aufstandes im Sommer und die
militärische Intervention der Sowjets in Ungarn im Herbst, dass keine Supermacht
Änderungen am Status quo zu akzeptieren bereit war. Vergeblich
hofften die ungarischen Revolutionäre auf militärische Hilfe des Westens.
Die Intervention der Briten und Franzosen in der Suezkrise fand auf Druck der USA
ein rasches Ende. Elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges war keine Seite
bereit, einen dritten zu wagen. Gleichzeitig sorgten Washington und Moskau –
wenn auch in unterschiedlicher Intensität – für Geschlossenheit im eigenen Lager.
Ausgehend vom Jahr 1956 will die Veranstaltung die mittel- und langfristigen
sicherheitspolitischen Konsequenzen des Jahres 1956 diskutieren.
 

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»50 Jahre Revolution und Freiheitskampf in Ungarn« – Die
Integrationsgeschichte der ungarischen Emigranten in Baden-Württemberg
 
Termin: Dienstag, 28. November 2006 14.00 Uhr

Ort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Otto-Borst-Saal,
Konrad-Adenauer-Straße 16, Stuttgart
 
 
Inhalt:
Der Ungarische Aufstand hatte auch eine Massenflucht aus Ungarn zur Folge.
Hunderttausende meist junge Ungarn wurden in bemerkenswerter Solidarität
weltweit aufgenommen. In besonderer Weise hat sich dabei das Land
Baden-Württemberg hervorgetan und hat rund 400 Studenten bzw.
Studienbewerbern Studienmöglichkeiten gesichert, zu einer Zeit, als auch die
Bundesrepublik Deutschland noch längst nicht wieder aufgebaut war. Die meisten
von ihnen leben noch heute im hiesigen Raum, sind beruflich erfolgreich geworden
und haben auch das Land mitgestaltet. Seit Jahrzehnten bilden sie Brücken zwischen
Deutschland, besonders Baden-Württemberg und Ungarn. Die Veranstaltung stellt
– nach dem Versuch einer Einbettung des Aufstandes in die europäische und
Weltgeschichte – Integrationsfragen in den Mittelpunkt. Damit ergeben sich auch
Vergleiche mit aktuellen Integrationsfragen der heutigen Gesellschaften beider Länder.
Emigranten, aus deutscher Sicht Immigranten, erzählen als Zeitzeugen aus ihrer
Erinnerung. Nicht zuletzt soll auch der deutschen Gesellschaft und besonders dem
Land Baden-Württemberg Dank gesagt werden. Die Gedenksitzung und Konferenz
besteht aus Vorträgen, einer Buchpräsentation und einer Podiumsdiskussion. 

Eine gemeinsame Veranstaltung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, des
Vereins der Freunde des Ungarisches Kulturinstitutes Stuttgart e.V., des Freundeskreises
der 56er ungarischen Studenten Stuttgart und des Kulturinstituts der Republik Ungarn in
Stuttgart. 

Tagesablauf:
(Änderungen vorbehalten)
 
14.00 – 14.45 Begrüßung – einleitende Reden:
Dr. Thomas Schnabel (Direktor, Haus der Geschichte BaWü)
Tibor Keresztury (Direktor, Ungarisches Kulturinstitut):
Einführung in das Thema der Integrationsgeschichten der Ungarn in BaWü
Herr Clostermayer (Ministerialdirigent, Staatsministerium BaWü)
Christoph E. Palmer
 
14.45 – 15.25 Vortrag 1
Pfarrer István Gémes
 
 15.25 – 15.40 Kaffepause
 
15.40 – 16.15 Vortrag 2
 
Treufried Grau (stellv. Vorsitzender, Verein der Freude des Ungarischen Kulturinstitutes e.V.)
16.15 – 16.45 Vortrag 3
 
Dr. Manfred Bergmann
 16.45 – 17.00 Kaffepause
 
17.00 – 17.15 Buchpräsentation
(Bund Ungarischer Organisationen in Deutschland – BUOD)
Dr. Kornél Klement (Vorsitzender)
 
17.15 - 18.15 „Geschichten aus eigener Sicht.“ E
rlebnisberichte unter der Leitung von Herrn Grau
Dr. János Trencséni
Dr. Gábor Benczúr-Ürmössy
Dr. Wendel Schindele
Dr. József Haris
Prof. Effenberger
Dr. Kornél Klement
Josef Grosz
 

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Studentenkonferenz: Die Humboldt-Universität und die Ereignisse von 1956
 
Termin: Freitag, 1. Dezember 2006, ab 10:00 Uhr
 
Ort: Collegium Hungaricum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 9, 10178 Berlin
 
 
Inhalt:
Studenten des Seminars für Hungarologie der Humboldt Universität zu Berlin (HU)
rekonstruieren die Ereignisse der Zeit vom XX. Parteikongress der KPdSU bis zum
Frühjahr 1957 an der HU. Die s.g. „Geheimrede“ Chruschtschows, die Ereignisse von
Poznan/Posen in Polen und schließlich der Volksaufstand von Ungarn wurden an
der Universität unterschiedlich bewertet und trugen zu unterschiedlichen
Reaktionen bei. Solidarisierungskundgebungen bis hin zur Entwicklung eigener
Forderungen seitens der Studenten und einiger Dozenten einerseits, Unterdrückung
der Stimmung, Zügelung der Bestrebungen und Kontrolle der Situation durch stellenweise
drastische Maßnahmen seitens der Universitätsleitung und des Ministeriums für
Staatssicherheit (MfS) andererseits, kollidierten miteinander. So werden diese
unterschiedlichen Entwicklungen und Bestrebungen, Aktionen und Reaktionen  an
der Universität anhand von teilweise unaufgearbeiteten Archivmaterialien, wie
Sitzungsprotokollen der verschiedenen Institutionen und Fakultäten der HU,
rekonstruiert und präsentiert. Ergänzt werden diese Quellen durch Materialien,
Lageberichte und Situationsschilderungen des MfS, sowie durch Gesprächsprotokolle
mit Zeitzeugen.
Die Ergebnisse sollen zur Aufarbeitung der Universitätsgeschichte beitragen, sowie
den Aufstand von 1956 in Ungarn  und dessen Auswirkungen auf die HU aus der
Perspektive der HU aufzeigen und bewerten.
 
Die Konferenz stellt den Beitrag der Studenten des Seminars für Hungarologie der
HU in Kooperation und mit freundlicher Unterstützung des Collegium Hungaricum
Berlin zu den Feierlichkeiten und Erinnerungsveranstaltungen anlässlich des 50.
Jahrestages des Aufstandes von 1956 in Ungarn dar.
 

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Großes Gedenk- und Versöhnungskonzert zum Abschluss des Jubiläumsjahres 1956-2006 Konzert
 
Termin: 09.12.2006, 20:00 Uhr
 
 
Ort: Epiphanienkirche Charlottenburg, Knobelsdorffstraße 72, 14059 Berlin
 
Veranstalter: Collegium Hungaricum Berlin, Eine Veranstaltung des Kulturjahres Ungarischer Akzent in Kooperation mit dem CHB.
 
Inhalt:
Adriana Pilipova – Sopran
Judit Rajk – Alt
István Viszló – Tenor
Béla Laborfalvy-Soós – Bass
János Mezei – Orgel
 
Es singt der Chor der Schola Cantorum Budapestientis unter der Leitung von János Mezei und Tamás Bubnó.
 
 
DAS PROGRAMM:
 
Avraham Ellstein (1907–1960):
 
Omar Adoischem (Jüdisches Lied. Jiddisch gesungen)
Gregor Joseph Werner (1693–1766):
 
Requiem
Zoltán Jeney (*1943):
 
Honneni Elohim – Psalm 51/50 (Auszug aus ›Trauerritual‹. Hebräisch gesungen)
László Sáry (*1940):
 
Glorie
Zoltán Jeney (*1943):
 
Processio – Én imádottam (Auszug aus ›Trauerritual‹. Ungarisch gesungen)
Alfred Schnittke (1934–1998):
 
Otcse nás (›Vaterunser‹ Russisch gesungen)
Zoltán Jeney (*1943):
 
Klagelied der Heiligen Maria (Auszug aus ›Trauerritual‹. Ungarisch gesungen)
Franz Liszt (1811–1886):
 
Ave Maris Stella
Slavimo slavno (›Slawen, Halleluja‹ Altslawisch gesungen)
Sergej Rachmaninov (1873–1943):
 
Nr. 1. - Kommet, um zu Christus zu beten
Nr. 2. - Segnet den Herren – Psalm 103
Nr. 6. - Ave Maria (Auszüge aus ›Vesper‹. Altslawisch gesungen)
 
Eintritt:
10,-/7,50/6,- EUR
erm.: 8,-/ 6,-/5,- EUR

 
 
 
 
Filmvorführungen
 
 
 

Schon gezeigt:

Filmbilder im Freiheitskampf. MFZ-Filmreihe zur Ungarischen
Revolution 1956

Termin: 15.- 24. September 2006, je 18.30 Uhr
 
Ort: Münchner Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1,
80331 München, Telefon: 0049-89-233 24150
 
Veranstalter: Münchner Filmmuseum
 
Inhalt:
Vor 50 Jahren, am 23. Oktober 1956, standen in Budapest Studenten, gefolgt
von Arbeitern in ganz Ungarn, gegen Stalins Nachfolger im eigenen Land auf. Früh
dokumentierten und verarbeiteten Filmbilder in Ost und West die Ereignisse.
Das Münchner Filmzentrum e.V. (MFZ) zeigt vom 15. bis 24. September im Filmmuseum
München eine Auswahl aus den vergangenen 50 Jahren ungarischen Filmschaffens
in seiner Auseinandersetzung um erlaubte Darstellungen der Revolution im sozialistischen
Regime.
 
Einen Standpunkt von außen vertreten Filmschaffende aus der Emigration sowie
Filmproduktionen nach der politischen Wende von 1989. Die Bilder der Ungarischen
Revolution erschütterten damals ganz Europa, das durch das sich ausbreitende
Medium des Fernsehens unmittelbar erreicht wurde: Flüchtlingsströme, Berichte von
Einzelschicksalen und das blutige Niederschlagen der jungen, pluralistischen Entwicklungen
durch die sowjetische Besatzung weckten eine Welle der Sympathie für die Freiheitsliebe
der Ungarn im Westen.
 
Die Filmreihe beginnt am 15. September mit einem Porträt der Revolutions-Generation,
dem Film APA (VATER) von István Szabó, Ungarn 1966, und endet am 24. September
mit dem Film MUTTER, einem sehr persönlichen Resümee über die Ursachen und Folgen der
Revolution, Schweiz 2002, aus der Sicht des emigrierten Sohnes einer der hingerichteten
Revolutionsanführer, beide heißen Miklós Gimes.
Der Film wird von der Filmwissenschaftlerin Anna Zielińska kommentiert.
 
Weitere Gäste sind am 19. September die Zeitzeugen Gyula Borbándi (ehem. Ungarn-Redakteur
des Radio Free Europe), Imre Máté (Autor und Revolutionsbeteiligter) und Professor Prágay
(Med. Fakultät Budapest, er war mit seinen Studenten 1956 im Rettungseinsatz). Unter der
Leitung von Rita Tolnay-Knefely, Andrássy-Agentur München, diskutieren sie anlässlich des
Filmes A FORRADALOM KÉPEI (BILDER DER REVOLUTION), Ungarn 1990, von János Zsombolyai,
über die Originalbilder der Revolution, die wechselweise zu Nutzen beider Kampfparteien
verwendet wurden.
 
Ein weiterer Revolutionsbeteiligter ist der bildende Künstler und Experimentalfilmer Antal
Lux, dessen 7-teiliger Zyklus REVOLUTION 1956 IN UNGARN zwischen 1983 und 2006 in
Deutschland entstand. Lux stellt sein Filmschaffen am 23. September vor, das
anschließend im historischen wie künstlerischen Kontext diskutiert wird.
 
Programm:
Freitag, 15. September, 18.30
APA (VATER), Ungarn 1966, 86 min, OmU, R: István Szabó
 
Samstag, 16. September, 18.30  
HÚSZ ÓRA (ZWANZIG STUNDEN), Ungarn 1965, 120 min, OmeU,
R: Zóltan Fábri
 
Sonntag, 17. September, 18.30   
A TEMETETLEN HALOTT (NICHT BEGRABEN), Ungarn 2004, 127 min, OmeU,
R: Márta Mészáros
 
Dienstag, 19. September, 18.30  
A FORRADALOM KÉPEI 1956-1957 (BILDER DER REVOLUTION), Ungarn 1990, 45 min,
OmU, R: János Zsombolyai
 
Mittwoch, 20. September, 18.30 
SZAMÁRKÖHÖGÉS (KEUCHHUSTEN), Ungarn 1986, 90 min, OmeU,
R: Péter Gárdos
 
Freitag, 22. September, 18.30     
FREEDOM’S FURY (DIE WUT DER FREIHEIT), USA 2005, 90 min, OF,
R: Colin Kay Gray, Megan Raney Aarons
 
Samstag, 23. September, 18.30  
REVOLUTION 1956 IN UNGARN - 7-teilige Experimentalfilmserie, BRD/D 1983-2006,
56 min, R: Antal Lux
 
Sonntag, 24. September, 18.30   
MUTTER, Schweiz 2002, 95 min, R: Miklós Gimes
 
Eintritt: 4 € (3 € für MFZ-Mitglieder)
 
Programm
 
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Filmvorführungen ungarischer Dokumentarfilme im Rahmen der
Veranstaltungsreihe "Ungarn 1956 - Meilenstein auf dem Weg zum
Vereinten Europa"
 
Termin: 1.-22. Oktober 2006
 
Ort: Stuttgart
 
Inhalt: Die Dokumentarfilme umfassen mehr als vier Jahrzehnte der ungarischen
Zeitgeschichte von den Tagen des Ungarnaufstandes bis zur Wende. Es gibt u. a.
Dokumentarfilme über die Geschehnisse der Revolution, ihre Voraussetzungen und
Konsequenzen im weltpolitischen Zusammenhang. Sie wurden hauptsächlich aus bisher
unbekannten ausländischen Archivmaterialien (Heißer Herbst im kalten Krieg) produziert,
oder basieren z. B. auf dem Tagebuch eines 12jährigen Jungen (1956 war ich zwölf
Jahre alt). Die nächste Epoche, die in den Dokumentarfilmen gezeigt wird, ist die
Kádár-Ära, die berühmte Zeit des so genannten »Gulasch-Kommunismus«, der »lustigsten
Baracke im sozialistischen Block«. Die Filme erzählen von den Emigranten, von denjenigen,
die nach Hause gelockt und dann verurteilt wurden (So fern, so weit ist meine Heimat)
oder von jenen, die zu Hause geblieben sind und mehrere Jahre im Gefängnis saßen sowie
von deren Frauen und Kindern außerhalb der Gefängnisse (Zweiunddreißig Zeilen). Die
Filme stellen aber auch die andere Seite der Geschichte vor: mit welchen Techniken
und Methoden arbeitete der Geheimdienst und wie waren die Leute diesem System
ausgeliefert (Das Leben des Agenten). Schließlich beschäftigen sich Filme mit der
Wendezeit: die erhebenden Augenblicke des Tages der Neubestattung der Opfer,
die nach Schauprozessen verscharrt worden waren, im Jahre 1989 (Glockenläuten um
halb Eins). Aus demselben Jahr wird auch das Schicksal einer Familie erzählt, deren
Flucht aus der DDR mit Unsicherheiten und Tragödien verbunden war, während sich
die Grenzen zwischen Ungarn und Österreich öffneten (Grenzfall).
 
 
Samstag, 21. Oktober 2006, 16.00 Uhr
 
Ort: Landesmedienzentrum BW, Moltkestr. 64, Karlsruhe
 
Ungarn 1956 – Meilenstein auf dem Weg zum Vereinigten Europa
 
Dokumentarfilm-Vorführungen mit deutscher Simultandolmetscherin:
»Zweiunddreißig Zeilen«
 
Regie: Anna Mérei, Produktion: Berenice Bt.; »So fern, so weit ist meine Heimat«
 
Redakteurin-Reporterin: Zsuzsa Méry, Regie-Kameramann: Flórián Góczán
Produktion: 1956er Öffentliche Stiftung
 
19.30 Uhr: Festveranstaltung mit Zeitzeugen
Begrüßung: Heinz Fenrich, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe
 
Ausschnitte aus dem Film: »Glockenläuten um halb Eins«, Podiumsgespräch mit
György Konrád (Schriftsteller) und Judith Gyenes (Witwe von Pál Maléter,
Verteidigungsminister der ungarischen Revolutionsregierung 1956)
Moderation: Lerke von Saalfeld
 
 
 
Sonntag, 22. Oktober 2006, 10.00 Uhr
 
Ort: Landesmedienzentrum BW, Moltkestr. 64, Karlsruhe,
 
Dokumentarfilm-Vorführung mit deutschem Untertitel:
»Heißer Herbst im Kalten Krieg«
 
Drehbuch: János M. Rainer, Regie: Judit Kóthy und Judit Topits Produktion:
1956er Öffentliche Stiftung
 
Filmvorführung mit deutscher Simultandolmetscherin:
»Das Leben des Agenten«
Regie: Gábor Zsigmond Papp
 
Filmvorführung mit deutschem Untertitel:
»Grenzfall« Regie: Péter Szalay 
 
 
Schon gezeigte Filme:
 
Sonntag, 1. Oktober 2006, 19.00 Uhr
 
Ort: Stuttgart, Kommunales Kino
 
Dokumentarfilm-Vorführung mit deutschem Untertitel:
»Heißer Herbst im Kalten Krieg«
 
Drehbuch: János M.Rainer, Regie: Judit Kóthy und Judit Topits, Produktion:
1956er Öffentliche Stiftung
 
Podiumsgespräch: Begrüßung: Hans-Otto Borchers
(Künstlerischer Leiter, Kommunales Kino in Stuttgart)
 
Grußwort: Joachim Uhlmann (Ministerialrat) Podiumsgespräch mit Lerke von
Saalfeld (Journalistin) und György Fehéri (Mitarbeiter des Collegium Hungaricum
Berlin)
 
Kurzdokumentarfilm mit deutschem Sprecher:
»1956 war ich 12 Jahre alt«
 
Regie: Sándor Silló, Produktion: 1956er Öffentliche Stiftung
 
 
 
Sonntag, 8. Oktober 2006, 19.00 Uhr
 
Ort: Stuttgart, Kommunales Kino
 
Dokumentarfilm-Vorführung mit deutschem Filmsprecher:
»Zweiunddreißig Zeilen«
 
Regie: Anna Mérei, Produktion: Berenice Bt.
 
Ausschnitte aus dem Film: »Glockenläuten um halb Eins«
Eingeführt von: Maria Tóth (Kulturinstitut der Republik Ungarn),
Produktion: Fekete Doboz (Black-Box)
 
Zusätzlich Kurzdokumentarfilm: »1956 war ich 12 Jahre alt«
Regie: Sándor Silló, Produktion: 1956er Öffentliche Stiftung

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Filmvorführung: „Das Geständnis“
Termin: Samstag, 28. Oktober 2006,  19.00 Uhr
 
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann–Saal,
Greifswalder Strasse 4, 10405 Berlin
 
Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V., Dibbukhaus
 
Inhalt: Filmvorführung: „Das Geständnis“ von Costa-Gavras, (Frankreich, 1970, 140 Min)
Drehbuch: Jorge Semprún nach einem Roman von Lise und Artur London
Mit: Yves Montand (Anton Ludvik, “A. L.”), Simone Signoret (Lise, seine Frau),
Michel Vitold, Gabriele Ferzetti, Jean Bouise
 
Die Tschechoslowakei Anfang der 50er Jahre: Artur London, stellvertretender
Außenminister des Landes, fühlt sich bedroht. Arbeitskollegen ignorieren ihn, und
alte Freunde gehen ihm plötzlich aus dem Weg. Im Ministerium werden Entscheidungen
über seinen Kopf hinweg getroffen. Sein Telefon wird abgehört und Autos mit
verdunkelten Scheiben folgen ihm, wenn er unterwegs ist. Trotz seiner Verdienste
für die Tschechoslowakei, trotz seiner makellosen privaten und politischen Vergangenheit
scheint Artur London der UdSSR-hörigen Regierung plötzlich verdächtig. Eines Sonntags
wird er in seinem Auto auf der Straße von zwei Wagen eingekeilt und von mehreren
bewaffneten Männern überwältigt. Seine - angeblich legitime - Festnahme gleicht einer
Entführung. Während einer monatelangen Gefangenschaft wird Artur London mit
zermürbenden Methoden, mit Schlaf- und Essenentzug, mit Beschimpfungen und
Gehirnwäschen gezwungen, Verbrechen der Spionage und des Verrats zu gestehen. Doch
diese hat der leidenschaftliche Staatsmann, der stets auf der "guten Seite" kämpfte, nie
begangen.

„Das Geständnis“ gehört - zusammen mit den Filmen „Z“ (1969) und „Der unsichtbare
Aufstand“ (1973) - in die Polit-Thriller-Trilogie des griechisch-französischen Filmemachers
Costa-Gavras. Ausgehend von der Autobiografie des ehemaligen stellvertretenden
Außenministers der Tschechoslowakei, Artur London, werden hier die negativen
Auswüchse des Stalinismus geschildert: Das Schicksal des tschechoslowakischen Politikers
war eng mit der so genannten Slánsky-Affäre verknüpft. Im Laufe dieses politischen Skandals
wurden 1951 in Prag in einer „Säuberungsaktion“ um Slánsky, dem damaligen Generalsekretär
der Kommunistischen Partei, elf von 14 zu Unrecht der zionistischen Verschwörung angeklagte
 Politiker und Beamte zum Tode verurteilt. Auf diesem Wege versuchte die damalige Regierung
der Tschechoslowakei potenzielle Gegner der politischen Bindung an die UdSSR auszuschalten.
Erst Jahre später wurden sowohl die Hingerichteten als auch die Überlebenden, zu denen
unter anderen Artur London gehörte, rehabilitiert.
 
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Filmreihe „...wie ein Maulwurf im Sonnenschein, so gehen wir durch
die stockfinstre Nacht...”
Filme über die 1950er Jahre, den Aufstand in Ungarn 1956 und dessen Nachleben
 
Termin: 10. September – 19. November
 
 
Eintritt: 5 Euro
 
Inhalt:
Im Ostblock nannte man es offiziell »Konterrevolution« – heute trägt das
Ereignis wieder den Namen, der beschreibt, was es wirklich war: Revolution
und Freiheitskampf, ein ungarischer Volksaufstand gegen die kommunistische
Diktatur und die Vorherrschaft Moskaus.
Das Jahr 1956 gehört zu den wichtigsten Zäsuren in der ungarischen Geschichte
nach 1945. Zwar wurde die Revolution niedergeschlagen, aber jene Oktobertage
bestimmten die Kompromisse, die die ungarische Staats- und Parteiführung
in den folgenden drei Jahrzehnten mit ihren Bürgern schließen musste, um
sich überhaupt behaupten zu können.
Die Filmreihe zeigt nicht nur Bilder, die an die Ereignisse im Herbst 1956 erinnern.
Sie erzählt über den Personenkult und das Elend der 50er Jahre, aber auch über
die Zeiten nach der Revolution zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Veranschaulicht werden der Weg zur Revolution und das Leben im darauf
folgenden sozialistischen Alltag.In die Reihe wurden auch zwei nicht-ungarische
Filme aufgenommen, die auf parallele Geschehnisse in Osteuropa hinweisen.
 
Sonntag, 10. September 19:00
Mutter - Anya [Regie: Miklós Gimes; Schweiz 2002, 100 Minuten; Musik: György
Ligeti, László Dés] OmdtU
 
Erzählt wird das bewegte Leben der 80-jährigen Alice Gimes, der Mutter des
Filmautors. Ein gespaltenes Leben: die eine Hälfte in Ungarn, die andere in der
Schweiz. Die eine Hälfte in der Wirklichkeit, die andere in einer Traumwelt, um die
Wirklichkeit ertragen zu können.
Zu Beginn eine schöne Jugend in Südungarn, dann der Einbruch der Geschichte, ein
Sturm, der ihr ganzes Leben durcheinander wirbelt. Lucy entkommt der Deportation
nach Auschwitz, sie engagiert sich in der kommunistischen Bewegung, heiratet
den linientreuen Journalisten Miklós Gimes, der später als führender Kopf des
Ungarnaufstandes von 1956 hingerichtet wird. Lucy Gimes flieht in die Schweiz,
stellt sich allein mit ihrem kleinen Sohn dem Leben in der Emigration. Im hohen
Alter muss Lucy Gimes die Geschichte ihres Lebens neu schreiben.

Sonntag, 17. September  18:30
Zwanzig Stunden – Húsz óra [Regie: Zoltán Fábri, Drehbuch: nach dem Buch
von Ferenc Sántha; mit Antal Páger, János Görbe, Emil Keres u.a., Ungarn 1965,
120 Minuten] OmdtU
 
1965: Ein Reporter verbringt zwanzig Stunden in einem Dorf - er will Ereignissen
der letzten zwanzig Jahre nachgehen, die divergierenden und aufeinanderprallenden
Schicksale von vier befreundeten ehemaligen Tagelöhnern erforschen. Seine
Anwesenheit reißt alte und immer noch schmerzende Wunden auf.

Sonntag, 24. September 18:30
Das Geständnis - L' Aveu [Regie: Constantin Costa-Gavras, Drehbuch:
Jorge Semprun; mit Yves Montand u.a., Frankreich/Italien 1969, 139 Minuten]
 
Im Film geht es um den sogenannten Prager "Slansky-Prozess", bei dem 1952
nach 22 Monaten Folter in stalinistischen Gefängnissen der Prager Altkommunist
Arthur London ein Geständnis über die ihm zur Last gelegten Verbrechen ablegte.
London war Kämpfer im Spanischen Bürgerkrieg, Mitglied der Internationalen Brigade,
kämpfte in der französischen Resistance im Zweiten Weltkrieg und wurde 1951
Minister in der Prager Regierung.

Sonntag, 01. Oktober 19:00
Ein anderer Blick - Egymásra nézve [Regie: Károly Makk, Drehbuch: Erzsébet
Galgóczi; mit Jadwiga Jankowska-Cieslak u.a., Ungarn 1982, 111 Minuten] OmdtU
 
1959: Die Journalistin Éva wird während ihres Fluchtversuchs an der
ungarisch-jugoslawischen Grenze erschossen. Wegen ihrer Artikel kam sie in den 50er
Jahren öfter mit der Macht in Konflikt. Ihr Privatleben, ihre schonungslose Suche
nach der Wahrheit trieben sie in die letztlich unvermeidbare tödliche Tragödie.
 
Sonntag, 08. Oktober 19:00
Versöhnung 1956-1989 – Engesztelö 1956-1989 [Regie: Pál Schiffer mit János Dávid
und Sándor Geskó; Ungarn 1989, 80 Minuten] OmdtU
 
12. Dezember 1956: Der Ingenieur Hargitay und der Übersetzer Hadady, beide
Aufständische der Oktoberereignisse, werden verschleppt und ermordet. Was
geschah und warum? Die Frage wird dreißig Jahre später neu gestellt. Warum
wurde damals die Geschichte verheimlicht und die Opfer ohne Würde beerdigt?
Ein Familiendrama – endlich wird das bisher Unaussprechbare ausgeprochen
und damit die Möglichkeit eröffnet, die Wunde zu heilen.
Der Regisseur Pál Schiffer ist Gründungsmitglied des legendären Béla-Balázs-Studios
und der „Budapester Schule“; er drehte schon in der 70er Jahren sog.
„nonfiction Spielfilme“, in denen Amateurdarsteller ihr eigenes Leben „spielten“
und die Kamera nur den Ereignissen folgte. Sein bekanntester Film „Gyuri Cséplö“
 erzählt über das Zigeunertum im Ungarn der 70er Jahre.
 
Sonntag, 29. Oktober 19:00
Die Zeit bleibt stehen – Megáll az idö [Regie: Péter Gothár, Drehbuch:
Géza Bereményi und Péter Gothár; mit Pál Hetényi, Sándor Söth u.a.,
Ungarn 1982, 103 Minuten] OmdtU
 
1963: Die Mutter erzieht ihre Söhne allein, da der Vater 1956 das Land verlassen
hatte. Gábor möchte Arzt werden, Dini ist eher orientierungslos, da er sieht, wie
verlogen die Welt um ihn herum ist. Wegen eines Skandals wird sein Freund Pierre
der Schule verwiesen. Daraufhin brechen Dini, Pierre und ein Mädchen mit einem
gestohlenen Wagen gen Westen auf.

Sonntag, 15. Oktober 18:00
Mann aus Marmor - Czlowiek Z Marmuru [Regie: Andrzej Wajda, Drehbuch:
Aleksander Scibor-Rylski; mit Michal Tarkowski, Jacek Lomnicki,
Tadeusz Lomnicki, Jerzy Radziwilowicz, Krystyna Janda u.a., Polen 1976,
164 Minuten]
 
Die Tragödie des Vorarbeiters Birkut besteht darin, dass er wie viele seiner
Kollegen ehrlich glauben konnte: wir bauen eine „schöne Zukunft“. Sein
Glaube wurde ausgenutzt - und als man ihn nicht mehr brauchte, wurde
Birkut beiseite gestellt. Zwanzig Jahre später versucht die Regisseurin
Agnieska seinem Leben nachzugehen. Die systemtreuen Beamten tun alles,
um ihre Arbeit zu behindern.

Sonntag, 05. November 19:00
Daniel besteigt den Zug – Szerencsés Dániel
Regie: Pál Sándor, Drehbuch: nach der Erzählung von András Mezei;
mit Tamás Major, Gyula Bodrogi, Mari Töröcsik, Dezsö Garas u.a., Ungarn 1983,
95 Minuten, OmdtU
 
1956: Der sechzehn Jahre alte Dániel entscheidet sich, seiner Liebe zu folgen
und in den „Westen“ zu fliehen. Sein Freund Gyuri fährt mit – er muss dringend
flüchten, da er am bewaffneten Aufstand teilgenommen hat. In einem kleinen
Hotel an der Grenze warten sie auf ihre „Reiseführer“ und verbringen eine
denkwürdige Nacht.

Sonntag, 12. November 18:30
Der unbeerdigte Tote - Temetetlen halott [Regie: Márta Mészáros, Drehbuch:
Éva Pataki und Márta Mészáros; mit Jan Nowicki, Marianna Moór, Jan Frycz,
György Cserhalmi u.a., Ungarn/Slowakei/Polen 2004, 127 Minuten] OmengU
 
„Imre Nagy halte ich für die größte Figur der neueren ungarischen Geschichte.
Als Regisseurin ist mir vollkommen klar, was für eine Verantwortung es ist,
über ihn einen Film zu drehen. Imre Nagy war eine besondere Persönlichkeit,
seine Geschichte ist eine Symbolgeschichte für unsere Zeit.“ (Márta Mészáros)
Der Ministerpräsident Imre Nagy wurde nach der Niederschlagung der
Revolution von 1956 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Untertitel
des Filmes „Das Tagebuch von Imre Nagy“ verrät, dass die Geschichte aus
einem sehr persönlichen Blickpunkt erzählt wird: der Politiker rekapituliert die
Ereignisse seines Landes und formuliert seine Autobiographie im Gefängnis.
Aber der aus Dokumentaraufnahmen und Fiktion geschaffene Film ist
gleichzeitig auch der sehr persönliche eigene Lebensweg der Regisseurin,
die in diesem Film ebenso wie in ihrer „Tagebücher“-Filmreihe immer wieder
die Frage stellt: wie kann die eigene Geschichte für eine größere
Gemeinschaft erzählt werden?
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Sonntag, 19. November 19:00

Der Preis des Goldes - Eldorádó [Regie und Drehbuch: Géza Bereményi;
mit Károly Eperjes u.a., Ungarn 1989, 104 Minuten] OmdtU
 
1945: Monori, der „König der Markthalle“, richtet sich ein neues Leben ein.
Sein Lebensprinzip: wer Gold besitzt, besitzt alles. Der Film zeigt ihn 1950
und dann 1956, als er versucht, Reichtum und Familie ins Ausland zu retten.
»Der Preis des Goldes« erzählt über einen Moment, in dem die sinnvolle Ordnung
der Welt verlorengegangen war, eine Ordnung, in der es noch ein allgemeines
Äquivivalent gab, ein funktionierendes Tauschprinzip – das Gold, das Geld und
hinter ihnen menschliche Vernunft und Wille. ... An der neuen Macht ist nicht
der staatliche Terror das schlimmste, zeigt Bereményi, sondern die Tatsache,
dass das allgemeingültige Äquivivalent nicht mehr existiert. Es gibt keine Werte
mehr, gar nichts, wo man sich festhalten kann.“ (Tibor Hirsch)
Der Regisseur ist in Ungarn auch als Dramatiker und Songtextschreiber bekannt.
 
 
 
 
 
Ausstellungen
 
 
Der Ungarnaufstand 1956. Vom Traum zum Trauma

Termin:19. Mai - 21. Oktober 2006

Ort: Eisenstadt (Österreich)
 
Inhalt: Die Wahrnehmung des Jahres 1956 dies- und jenseits der
österreichisch-ungarischen Grenze könnte unterschiedlicher nicht sein:
Während kurz nach der lang ersehnten Selbstständigkeit des Burgenlandes
und Österreichs mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages - und der
Erklärung der Neutralität - das Jahr 1956 als erste Bewährungsprobe für
die junge Republik betrachtet wird und den Burgenländern und Burgenländerinnen
die offenherzige Aufnahme von 180.000 Ungarnflüchtlingen in Erinnerung
geblieben sind, so stehen die Ereignisse vom Herbst 1956 in Ungarn für
den Beginn eines kollektiven Traumas, das erst mit dem Jahr 1989 und
dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ überwunden wurde. Die Ausstellung
„Vom Traum zum Trauma. Der Ungarnaufstand 1956“ versucht beide
Perspektiven nachzuzeichnen. Die sensible Auslegung der Neutralität durch
das „freie“ Österreich nur ein Jahr nach Erlangung des Staatsvertrages und
die Opferbereitschaft der burgenländischen Bevölkerung sind die
Schwerpunkte des „burgenländisch/österreichischen Bereiches“. Für
Letzteres steht die Brücke von Andau – bekannt durch den gleichnamigen
Roman von James Michener - als Symbol. Neben der chronologischen
Darstellung der tragischen Ereignisse sollen im „ungarischen“
Ausstellungsbereich besonders die Folgen des Jahres 1956 für
die ungarische Gesellschaft und die Auswirkung auf den unmittelbaren
burgenländisch-ungarischen Grenzraum thematisiert werden. Die beiden
Ausstellungsbereiche werden von einem Nachbau des Eisernen Vorhanges
getrennt, der Gestaltungselement und Ausstellungsobjekt zugleich ist.
 

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Ungarn 1956. Flüchtlinge in Wien
 
Termin: Donnerstag, 7. September 2006 - Sonntag, 26. November 2006

Ort: Wien Museum Karlsplatz

Veranstalter:
Wien Museum
 
Inhalt: Die Ausstellung, die ab Dezember 2006 auch in Budapest gezeigt
wird, beleuchtet fünfzig Jahre nach dem historischen Ereignis Ankunft, Aufnahme und
Erstversorgung der ungarischen Flüchtlinge in Wien und verfolgt anhand einzelner
Biografien die Optionen zwischen Rückkehr, Weiterwanderung oder Integration in
Österreich. Darüber hinaus fragt sie nach den Folgen für die österreichische
Identität und zieht Parallelen zur aktuellen Flüchtlingspolitik.
 

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Buchausstellung des Osteuropa Zentrum Berlin
 
Termin: 09.10.- 27.12.06
 
Orte: Berlin (Freie Universität, Berliner Rathaus)
 
 
Inhalt: Buchausstellung „Die Aufarbeitung des Kommunismus nach
1989 in Ungarn” vom 09.10.- 27.12.06 in der Universitätsbibliothek der FU Berlin,
drei begleitende Veranstaltungen zu zeitgeschichtlichen Themen
zu Ungarn im Oktober-November im Berliner Rathaus, eine Dokumentarfilmreihe
zum Thema „Ungarischer Volksaufstand 1956 in der Reflexion von
Dokumentarfilmen“ im Oktober-November 2006, Vorstellung der
„Auswahlbibliographie zur ungarischen Zeitgeschichte“ (Hrsg. D. Stein und T.
Jaskulowski) im Berliner Rathaus Anfang November 2006
 

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Die Fotokunst von FERENC ANDOR SUBA 
1956 – Die visuelle Repräsentation der ungarischen Revolution in der westlichen Presse
 
Termin: Eröffnung: Mittwoch, 20. September 2006, 19.00h
Ausstellungsdauer: 20. September - 13. Oktober 2006
 
Ort: Stuttgart
 
 
Inhalt
Ferenc Andor Suba war erst 12 Jahre alt, als er den ersten Fotoapparat von seinen
Eltern geschenkt bekam. Mit 13 gewann er den ersten Jugend-Fotopreis, zwei
Jahre später hielt er einen Vortrag im Gymnasium über die Ästhetik der Fotografie.
Nach dem Abitur studierte er Architektur an der Universität für Wirtschaft und Technik
in Budapest. Er ist hungrig auf Kunst und es folgen vielfältige Studien der bildenden
Kunst, trotz großer Schwierigkeiten, denn die stalinistische Diktatur verbot die »Freie
Kunst«. Was Kunst sei, wurde befohlen. Aufgrund seiner vielseitigen Begabungen
machte Suba in kürzester Zeit Karriere als Grafiker und Foto-Designer. Er gehörte
zu einer kleinen Elite von Künstlern, die die von der sozialistischen Partei
vorgegebenen Darstellungstechniken ignorierte und die ungarische Wirtschaft, sowie
die zahlreichen Exportfirmen mit neuartigen Werbeideen und -Produktionen versorgten.
Suba gibt der modernen Werbung neue Impulse und bringt schon sehr früh in seinen
Arbeiten Grafik und Fotografie zusammen. Der Ausbruch der ungarischen Revolution
war mit Unsicherheit und zugleich mit großer Freude begleitet. Suba war in diesen Tagen
in Budapest unterwegs mit seinem Fotoapparat; versteckt unter dem Mantel
fotografierte er die Geschehnisse, soweit es möglich war. Er war Zeuge bei dem
Massaker am Parlament.
Er musste mit ansehen, wie vor seinen Augen Menschen erschossen wurden. Dieses
erschütternde Ereignis war und bleibt, wie er sagt, »in meiner Erinnerung schmerzhaft für
alle Zeiten«. Wenn man seine Bilder jetzt nach 50 Jahren betrachtet, bemerkt man, dass
hier nicht ein Fotoreporter, sondern ein Fotokünstler die Revolution mit der Kamera festgehalten
hat. Diese Bilder beinhalten eine bleibende Erinnerung, die zur ungarischen Geschichte gehört.
 

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REVOLUTION. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Werke zum Jubiläum
von 1956. Künstlerische Reflexionen massenmedialer Repräsentationen
 
Termin: Eröffnung: 28. September 2006, 19.00 Uhr,
Ausstellung: 28. September - 14. Januar 2006
 
 
Art Forum Berlin 2006 (Rahmenprogramm)
Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.
 
Inhalt:
Die internationale zeitgenössische Ausstellung, die anlässlich des 50. Jahrestages
des Ungarn-Aufstandes 1956 im Rahmen unterschiedlicher Aktivitäten stattfindet,
zielt darauf ab, künstlerische Arbeiten vorzustellen, die einerseits das Phänomen
„Revolution”, andererseits aber dessen Repräsentation in Massenmedien reflektieren.
Der Schwerpunkt der Ausstellung wird weniger dem Thema der Kunst als Mittel der
Illustration oder der Dokumentation historischer Faktizität, in jenem spezifischen
Fall von Revolutionen, gelegt. Vielmehr steht die Frage nach der künstlerischen
Interpretation und Reflexion der (massen)medialen (Re)präsentation sowie nach
den sozialen Rahmenbedingungen der Revolution als einem einschneidenden
gesellschaftspolitischen Moment im Zentrum der Auseinandersetzung.
 
Teilnehmende Künstler: Balázs Béla Stúdió (Budapest), Lilla Khoór (Budapest),
Andreas Siekmann & Alice Creischer (Berlin), Ines Schaber (Berlin),
Ausstellungsdisplay / Architektur: Jesko Fezer (Berlin)
Kurator/innen: Lívia Páldi (Budapest), Ulrike Kremeier (Berlin / Brest)
 

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Wanderausstellungen »Das Horusauge und die Welt«
 
Termin: 5. Oktober 2006 - 22. November 2006
 
Ort: Ehingen an der Donau, Raiffeisenbank - Fellbach, Stadtsgalerie - Gerlingen, Rathaus
 
 
Inhalt: Irgendwann in den siebziger Jahren betrachtete ein Student der Budapester
Filmakademie die Familienfotos über die Tage der Revolution 1956. Dabei entdeckte er,
warum diese sich so sehr von den professionellen Fotos unterschieden... Die Fotos waren
keinesfalls frei von Mängeln oder Fehlern, sie hatten aber dennoch etwas ganz Besonderes
an sich. Diese Amateuraufnahmen waren nämlich aus einer
kollektiven Erfahrung geboren: die Menschen, die die Aufnahmen gemacht hatten, waren
Teilnehmer der Revolution gewesen. Sie hatten von diesen Ereignissen, die für sie persönlich
wichtig waren, für den eigenen Gebrauch Aufnahmen gemacht. Der Kameramann Sándor
Kardos begann von diesem Zeitpunkt an diese in Privathaushalten heimlich aufbewahrten
Fotos bewusst zu sammeln. Ende der 70er Jahre hatte er schon über eine Million dieser Amateuraufnahmen in seinem Archiv. Seiner Sammlung gab er den Namen Horus-Archiv.
Das Auge des ägyptischen Gottes Horus, welches ausgerissen und später wieder geheilt
worden war, ist ein Symbol der ständigen Erneuerung, ein Zeichen der Vollständigkeit. Nach
Kardos' Auffassung ist das Horusauge – das eine Auge – Symbol der einzigen Gottheit, der Vollkommenheit, die aus einer unendlichen Zahl unvollkommener Teile besteht – so, wie sich
das eine Bild der Revolution aus tausenden sorgfältig aufbewahrten, unvollkommenen
Amateur-Fotos zusammensetzt. Unsere Wanderausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl
dieser Sammlung. Die Fotoausstellung wird von Plakaten umrahmt. Die Photos zeigen den Alltag während des Aufstands, die Plakate dagegen zuvor und danach. Das Leben der 50er und 60er
Jahre. Das Leben des Durchschnittbürgers in den Jahren der sozialistischen Realität mit der schaumbedeckten Lüge darauf. Die Plakate stammen aus der so genannten Budapester
Sammlung im Stadtbibliothekszentrum in Budapest. Bei den Exponaten handelt es sich um
maßstabsgetreue Kopien der Originale.

Wanderausstellung I
1956–1989. Ungarn als Wegbereiter in ein freies Europa

Donnerstag, 5. Oktober 2006, 17.00 Uhr
Ort:
Ehingen an der Donau, Raiffeisenbank, Bahnhofstr. 10
 
Begrüßung und Eröffnung: Fritz Lehmann, Direktor der Raiffeisenbank
Grußwort: Johann Krieger, Oberbürgermeister
Gedenkrede: Dr. Csaba Horváth, Zeitzeuge in Esztergom 1956
Musikalische Umrahmung: Bläser-Ensemble der Ehinger Stadtkapelle (Dirigent: Walter Nittka)
Dazwischen wird ein Dokumentarfilm über die Ereignisse von 1956 gezeigt. (Mit Übersetzung)
 
Wanderausstellung II
Bilder der Revolution. Fotografien von Zeitzeugen aus einer privaten Sammlung
 
Mittwoch, 18. Oktober 2006, 19.00 Uhr
Ort: Fellbach, Galerie der Stadt Fellbach
 
Begrüßung: Christoph Palm, Oberbürgermeister der Stadt Fellbach, MdL
Grußwort: Hans Georg Koch, Ministerialdirigent im Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg, Leiter der Abteilung Kunst
Einführung: Sándor Kardos, Kameramann, Budapest, Ungarn, Geb. 1944. Mitwirkender an
zahlreichen Spiel- und Dokumentarfilmen, neuerdings auch Filmregisseur. Zusammenarbeit
in mehreren Filmen u.a. mit András Jeles, Péter Tímár, Géza Bereményi, Zsolt Meskó, Árpád
Sopsits, Pál Erdös, Helmuth Herbs. Teilnehmer an verschiedenen Filmfestivals, mehrfacher
Preisträger (u.a. Madridimagen International Festival of Cinematographers – Best
Cinematographer 2000, International Feature Film Festival - Portugal - First Prize for
Directing 2004, 58. Cannes Film Festival - Quinzaine des Realisateurs - Slitfilm 2005).
Gründer der Privatstiftung »Horus«. Ausstellungen des Archivs u.a. in Paris, Rotterdam,
Wien, Lausanne und Brüssel
 
Wanderausstellung III
Ungarnaufstand 1956. Eindrücke von Zeitzeugen
 
Mittwoch, 22. November 2006, 18.30 Uhr
Ort: Gerlingen, Rathaus, Hauptstraße 42

Begrüßung und Einführung:
Georg Brenner, Bürgermeister
Musikalische Umrahmung: Jugendmusikschule Gerlingen

Danach Dokumentarfilm mit deutschem Untertitel: »Forró ösz a hidegháborúban.

Magyarország 1956« (»Heißer Herbst im kalten Krieg«, Ungarn 1956)

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Buchausstellung „Die Aufarbeitung des Kommunismus nach 1989 in Ungarn”
 
Termin:  09.10.- 27.12.06
 
Ort: Freie Universität, Universitätsbibliothek der
FU Berlin, Garystr. 39, 14195 Berlin
 
 
Inhalt: Buchausstellung „Die Aufarbeitung des Kommunismus nach 1989 in Ungarn”
vom 09.10.- 27.12.06 in der Universitätsbibliothek der FU Berlin, drei begleitende
Veranstaltungen zu zeitgeschichtlichen Themen zu Ungarn im Oktober-November im
Berliner Rathaus, eine Dokumentarfilmreihe zum Thema „Ungarischer Volksaufstand
1956 in der Reflexion von Dokumentarfilmen“ im Oktober-November 2006,
Vorstellung der „Auswahlbibliographie zur ungarischen Zeitgeschichte“
(Hrsg. D. Stein und T. Jaskulowski) im Berliner Rathaus Anfang November 2006
 

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Fotografien von Erich Lessing: Budapest 1956. Die Ungarische
Revolution
 
Termin: Freitag, 13. Oktober 2006 - 13. Januar 2007
            Verlängerung bis zum 5. 2. 2007
 
Ort: Leopold Museum Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien
 
Veranstalter: Leopold Museum Wien
 
Inhalt: Das Leopold Museum zeigt zum 50 Jahrestages des Ungarn-Aufstands
1956 eine Ausstellung mit den mittlerweile weltberühmten Fotografien von
Erich Lessing. Mit diesem politisch wichtigem Ereignis begann für ihn sein
"zweites fotografisches Leben", wie er heute sagt.

Lessings Interesse galt von jeher der Politik, die kommunistischen Länder wurden
sein hauptsächliches Arbeitsgebiet. Von Juni bis Dezember 1956 war er
fast ununterbrochen in Ungarn, der Ausbruch der Revolution überraschte ihn
nicht. „Die Ereignisse in Ungarn mussten dokumentiert werden, und nicht
nur die Leiden der Aufständischen, sondern auch die Lynchjustiz an der
Geheimpolizei – es war eine furchtbare Justiz, nicht, wie wir sie in Friedenzeiten
verstehen, sondern wie eine revoltierende Bevölkerung sie übt“, schrieb Lessing aus
Budapest.

Für seine Reportagen über die ungarische Revolution erhielt Lessing 1956 den
„American Art Directors’ Award“, 1996 wurde ihm vom ungarischen Staatspräsidenten
die Imre-Nagy Medaille verliehen. Seine Bilder erschienen in zwei Ausgaben von
LIFE sowie in Paris Match, Epoca, Picture Post, QUICK und vielen anderen
Zeitschriften und Zeitungen. Sie sind jetzt erstmals in einer Ausstellung zu sehen.
 
Donnerstag, 11.1.2007, 18 Uhr: Führung mit Dr. Erwin Schmidl
(Landesverteidigungsakademie Wien):
Gedanken zum historischen Hintergrund der Bilder in der Ausstellung.
 
Mittwoch, 17.1.2007, 16 Uhr: Führung mit Erich Lessing.
 
Donnerstag, 1. 2. 2007, 19 Uhr im Atrium (Seiteneingang, Eintritt frei!):
Finissage. Erste Präsentation des Filmporträts "Erich Lessing - Fotograf und Geschichtenerzähler"
von Ruth Deutschmann (Kamera: P. Hirsch, R. F. Vaughan, Schnitt: C. Koller),
anschl. kl. Erfrischung in der Ausstellung.

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Fotoausstellung „Versteckt, Beschlagnahmt, als Beweismaterial beigefügt …“
– Bilder der Revolution 1956
 
Termin: Dienstag, 17. Oktober 2006, 18.00 Uhr
 

Ort: Botschaft der Republik Ungarn Berlin, Unter den Linden 76, 10117 Berlin

 

Veranstalter: Collegium Hungaricum Berlin,

Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen

 

Inhalt:
Die Mehrheit der Fotografen der ungarischen Revolution 1956 waren
Privatpersonen, einfache Bürger. Es gab einige, die mehrere
hundert Bilder machten, andere verschossen lediglich ein paar Rollen.
Viele Amateurfotos bewahren uns das emotional aufwühlende Bild der
beständig durch die Straßen wogenden Menschenmassen, der
ausgebrannten Panzer, der umgestürzten Straßenbahnwagen, der
gefallenen Soldaten und Zivilen und der rücksichtslos zerschossenen
Wohnhäuser. Obwohl die Qualität der Amateurfotografien das
technisch-ästhetische Niveau der professionellen Aufnahmen nicht
erreicht, ist ihr dokumentarischer Wert unter mehreren Aspekten
unschätzbar. Sie sind Zeichen und Beweis für des Mitgefühls: Diese
Leute griffen nicht nach der Waffe, sie begriffen jedoch die Wichtigkeit
der geschichtlichen Ereignisse und verewigten mit ihren einfachen und
billigen Kameras, was sich um sie herum abspielte. Diese Amateurbilder
hielten Momente fest, die der Aufmerksamkeit professioneller Fotografen
entgingen. So gelten sie heute als unentbehrliche visuelle Quellen für
eine detaillierte Rekonstruktion der Ereignisse.
Die Geschichte dieser Fotografien ist untrennbar mit dem Nachleben der
Revolution verbunden. Die Mehrheit der Bilder wurde nach der Niederschlagung
aus berechtigter Angst vernichtet. Die Flüchtlinge nahmen ihre Aufnahmen
mit sich, einige brachten sie jedoch nach der „Wende“ wieder zurück und
übergaben sie öffentlichen Sammlungen.
In der Zeit der Vergeltung wurden große Mengen von Bildern von den Behörden
beschlagnahmt und in Prozessen als Beweismittel beigefügt. Viele bewaffnete
Aufständische wurden anhand solcher Bilder verhaftet; nicht selten wurde
es eine Frage von Leben und Tod oder einer jahrelangen Gefängnisstrafe,
ob es gelang, jemanden auf der Aufnahme zu identifizieren. Viele wurden
verhaftet und verurteilt, nur weil bei ihnen Bilder der Revolution gefunden
wurden...
Kuratorin: Dr. Katalin Jalsovszky (Ungarisches Nationalmuseum, Budapest)
 

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Ausstellungseröffnung – Bilder der Revolution
 
Termin: 18. Oktober - 10. November 2006, 19.00h
 
Ort: Rathaus Fellbach, Foyer
 
Veranstalter: Stadt Fellbach, Kulturinstitut der Republik Ungarn Stuttgart
 
Inhalt: Fotografien von Zeitzeugen aus einer privaten Sammlung
Grußwort: Hans Georg Koch, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst 
Eröffnung: Sándor Kardos, Sammler
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadt Fellbach „Ungarn 1956 –
Erinnerungen an eine europäische Revolution“
 
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Die Ungarische Revolution 1956. Fotografien von Rolf Gillhausen und Erich Lessing
 
Termin: Donnerstag, 19. Oktober 2006, um 19.30 Uhr
Ausstellung vom 20.10.2006 – 14.01.2007
Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei, Ausweis erforderlich
 
Ort: Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, 10963 Berlin (U-Bhf. Hallesches Tor)
 
 
Inhalt:
Es begann vor 50 Jahren: am 23. Oktober 1956 gehen Studenten
in Budapest auf die Straße und fordern demokratische Freiheiten.
Noch in der Nacht weiten sich die Demonstrationen zum Volksaufstand
aus. Die Armee und Teile der Polizei unterstützen die
Aufständischen. Als die UdSSR die Kommunistische Herrschaft in
Ungarn bedroht sieht und die neue ungarische Regierung die
Loslösung aus dem Machtbereich der UdSSR ankündigt, schickt
sie Truppen, die in blutigen Kämpfen den Aufstand niederschlagen.
Hunderttausende fliehen aus Ungarn vor den sofort
einsetzenden Verfolgungen. Ministerpräsident Nagy wird zum
Tode verurteilt und im Juni 1958 hingerichtet.
Die Reaktion der UdSSR unterstrich, dass kein Land ohne Zustimmung aus Moskau
den Machtbereich der UdSSR verlassen durfte. Was 1953 für die DDR galt, wurde
1956 in Ungarn durchgesetzt und sollte 1968 in der Tschechoslowakei gelten.
 
Begrüßung
Klaus Wettig, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
Einführung
Dr. Sándor Peisch, Botschafter der Republik Ungarn
Prof. Egon Bahr, Bundesminister a.D.   
Ivan Ivanji, Autor, Journalist, ehem. Dolmetscher von Tito
Erich Lessing, Fotograf
 
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GRENZEN. Die Fotokunst von Ata Kandó

 
Termin: Donnerstag, 16. November 2006 19.00h
 
 
 
Inhalt: Ihre Kunst wurde durch Árpád Göncz, den ehemaligen Staatspräsidenten
Ungarns, mehrmals gewürdigt. Mehrere Ata-Ausstellungen wurden von dem bekannten
Schriftsteller Péter Nádas in Deutschland und in den Niederlanden eingeführt. Auch
der in Paris lebende Historiker Ferenc Fejtő gehört zu ihren Verehrern. Sie arbeitete u. a.
auch mit dem Fotografen Robert Capa zusammen. Die namhafte Fotografin Ata Kandó
wurde in 1913 in Budapest geboren. Sie lebte in mehreren Ländern: in Frankreich, in
Südamerika, im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden. Ihr gegenwärtiger
Wohnort befindet sich in der Nähe von Amsterdam, in Bergen. Ihre Fotothemen
zeigen ein breites Spektrum: Sie machte Modefotos in Paris, Dokumentarfotos über
die Indianer in Kolumbien und wirkungsvolle Kunstfotos im alten Stil. Mit ihren Bildern
wollte sie immer die Einfachheit und Reinheit von Gefühlen zum Ausdruck bringen.
Ata Kandó fotografierte 1956 mit Violette Cornelius ungarische Flüchtlingskinder in
Österreich an der ungarischen Grenze. Die Fotos wurden im »Roten Buch« (ohne
Titel gezeichnet) veröffentlicht und durch die Einnahmen des Albums unterstützte
Ata Kandó Emigranten-Familien. In der Ausstellung werden Werke der meisten ihrer
Schaffensperioden zur Schau gestellt.

__________

UNGARNAUFSTAND 1956. 50  Fotografien von Stefan Moses
 
Termin: 13. Oktober – 12. November 2006

Ort: Literaturhaus, Galerie, Salvatorplatz 1, 80333 München,
Öffnungszeiten: Sa/So 10-18 Uhr, Mo-Fr 11-19 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Münchner Stadtmuseum

Inhalt: Fotoausstellung. Eröffnungsveranstaltung am 13. Oktober, 19.00h
Gäste: Paul Lendvai, Paul Lendvai, Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des
Bayerischen Rundfunks
 
__________
 
 
Fotoausstellung
 
Termin: 13.-15. November 2006
 
Ort: Baden-Württemberg
 
 
Inhalt: Fotoausstellung aus dem Archiv von Sándor Kardos und der
Budapest Sammlung
 
 
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"Versteckt, beschlagnahmt, als Beweismaterial beigefügt ..." –
Bilder der Revolution 1956
 
Termin: Ausstellungseröffnung: 23. November 2006, 18.00 Uhr (zu besichtigen
bis 14. Dezember)
 
Ort: Bremen, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
 
Veranstalter: Ungarisches Nationalmuseum Budapest, Collegium Hungaricum Berlin,
 
 
Inhalt:
Die Mehrheit der Fotografen der ungarischen Revolution 1956 waren
Privatpersonen, einfache Bürger. Es gab einige, die mehrere
hundert Bilder machten, andere verschossen lediglich ein paar Rollen.
Viele Amateurfotos bewahren uns das emotional aufwühlende Bild der
beständig durch die Straßen wogenden Menschenmassen, der
ausgebrannten Panzer, der umgestürzten Straßenbahnwagen, der
gefallenen Soldaten und Zivilen und der rücksichtslos zerschossenen
Wohnhäuser. Obwohl die Qualität der Amateurfotografien das
technisch-ästhetische Niveau der professionellen Aufnahmen nicht
erreicht, ist ihr dokumentarischer Wert unter mehreren Aspekten
unschätzbar. Sie sind Zeichen und Beweis für des Mitgefühls: Diese
Leute griffen nicht nach der Waffe, sie begriffen jedoch die Wichtigkeit
der geschichtlichen Ereignisse und verewigten mit ihren einfachen und
billigen Kameras, was sich um sie herum abspielte. Diese Amateurbilder
hielten Momente fest, die der Aufmerksamkeit professioneller Fotografen
entgingen. So gelten sie heute als unentbehrliche visuelle Quellen für
eine detaillierte Rekonstruktion der Ereignisse.
Die Geschichte dieser Fotografien ist untrennbar mit dem Nachleben der
Revolution verbunden. Die Mehrheit der Bilder wurde nach der Niederschlagung
aus berechtigter Angst vernichtet. Die Flüchtlinge nahmen ihre Aufnahmen
mit sich, einige brachten sie jedoch nach der „Wende“ wieder zurück und
übergaben sie öffentlichen Sammlungen.
In der Zeit der Vergeltung wurden große Mengen von Bildern von den Behörden
beschlagnahmt und in Prozessen als Beweismittel beigefügt. Viele bewaffnete
Aufständische wurden anhand solcher Bilder verhaftet; nicht selten wurde
es eine Frage von Leben und Tod oder einer jahrelangen Gefängnisstrafe,
ob es gelang, jemanden auf der Aufnahme zu identifizieren. Viele wurden
verhaftet und verurteilt, nur weil bei ihnen Bilder der Revolution gefunden
wurden...
Kuratorin: Dr. Katalin Jalsovszky (Ungarisches Nationalmuseum, Budapest)
 
Im Anschluss wird der Film „Ein heißer Herbst im kalten Krieg – Ungarn 1956“
gezeigt. Der Film ist eine Zusammenfassung, die die Revolution von 1956 in
weltpolitischen Zusammenhängen zeigt. Er erklärt den Status quo nach dem zweiten
Weltkrieg, die Besonderheiten des kalten Krieges und die ost-europäische bzw.
ungarische Vorgeschichte des Aufstandes. Mit Hilfe der Dokumente stellt er die
Geschehnisse der Revolution dar, erzählt über die Ursachen der Niederlage
sowie über das internationale Echo; versucht des Weiteren die Handlungs- oder
eher die Nicht-Handlungsgründe der Westmächte verständlich zu machen.
Und nicht zuletzt zeigt er die Auswirkungen von 1956: die Flucht aus Ungarn und
die Vergeltung nach der Niederschlagung. (Buch: János Rainer M., Regie: Judit Kthy
und Judit Topits, ca. 55 Min., 1956-Institut, Budapest)
 
__________
 
"Versteckt, beschlagnahmt, als Beweismaterial beigefügt..." ­
Bilder der ungarischen Revolution 1956
 
Termin: 19. Dezember 2006
 
Ort: Dresden
 
Veranstalter: Sächsische Zeitung, Ungarisches Honorarkonsulat in Sachsen,
Collegium Hungaricum Berlin,  Ungarisches Nationalmuseum Budapest
 
 
Inhalt: Ausstellungeröffnung mit anschließender Diskussion:
Forum Sächsische Zeitung zum Thema „Ungarn 1956” mit György Dalos und
Hans-Hermann Hertle Moderation: Dieter Schütz (Politikredaktion, SZ)
 
 
Die Mehrheit der Fotografen der ungarischen Revolution 1956 waren
Privatpersonen, einfache Bürger. Es gab einige, die mehrere
hundert Bilder machten, andere verschossen lediglich ein paar Rollen.
Viele Amateurfotos bewahren uns das emotional aufwühlende Bild der
beständig durch die Straßen wogenden Menschenmassen, der
ausgebrannten Panzer, der umgestürzten Straßenbahnwagen, der
gefallenen Soldaten und Zivilen und der rücksichtslos zerschossenen
Wohnhäuser. Obwohl die Qualität der Amateurfotografien das
technisch-ästhetische Niveau der professionellen Aufnahmen nicht
erreicht, ist ihr dokumentarischer Wert unter mehreren Aspekten
unschätzbar. Sie sind Zeichen und Beweis für des Mitgefühls: Diese
Leute griffen nicht nach der Waffe, sie begriffen jedoch die Wichtigkeit
der geschichtlichen Ereignisse und verewigten mit ihren einfachen und
billigen Kameras, was sich um sie herum abspielte. Diese Amateurbilder
hielten Momente fest, die der Aufmerksamkeit professioneller Fotografen
entgingen. So gelten sie heute als unentbehrliche visuelle Quellen für
eine detaillierte Rekonstruktion der Ereignisse.
Die Geschichte dieser Fotografien ist untrennbar mit dem Nachleben der
Revolution verbunden. Die Mehrheit der Bilder wurde nach der Niederschlagung
aus berechtigter Angst vernichtet. Die Flüchtlinge nahmen ihre Aufnahmen
mit sich, einige brachten sie jedoch nach der „Wende“ wieder zurück und
übergaben sie öffentlichen Sammlungen.
In der Zeit der Vergeltung wurden große Mengen von Bildern von den Behörden
beschlagnahmt und in Prozessen als Beweismittel beigefügt. Viele bewaffnete
Aufständische wurden anhand solcher Bilder verhaftet; nicht selten wurde
es eine Frage von Leben und Tod oder einer jahrelangen Gefängnisstrafe,
ob es gelang, jemanden auf der Aufnahme zu identifizieren. Viele wurden
verhaftet und verurteilt, nur weil bei ihnen Bilder der Revolution gefunden
wurden...
Kuratorin: Dr. Katalin Jalsovszky (Ungarisches Nationalmuseum, Budapest)
 
 
Vergangene Ausstellungen:
 
Vom Posener Juni zur ungarischen Revolution 1956
 
Termin: 27. Juni 2006 (Eröffnung)
 
Ort: Berlin, Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund
 
 
Inhalt: Ausstellung über den Posener Juni, Vortrag von János Tischler
(56er Institut Budapest), über die polnisch-ungarischen Beziehungen 1956,
Podiumsgespräch u.a. mit György Dalos
 

__________

Fotoausstellung „Grenzen“
 
Termin: 12. September - 5. Oktober 2006
 
Ort: Botschaft der Republik Ungarn, Unter den Linden 76,
10117 Berlin
 
 
Inhalt: Fotographien der in den Niederlanden lebenden ungarischen
Fotografin Ata Kandó (geb. 1913).
Sie zeigt eine beeindruckende Fotoreportage, mit der die Künstlerin in den
Tagen nach dem Scheitern der Revolution das Leben der Flüchtlinge in
grenznahen Kleinstädten Österreichs dokumentiert hat.
 

__________

 
Versteckt, beschlagnahmt, als Beweismittel beigefügt - Bilder der
ungarischen Revolution 1956 
 
Termin: 16. September - 8. Oktober 2006
Ort: Frankfurt am Main, Paulskirche
 
Veranstalter: Stadt Frankfurt, Collegium Hungaricum Berlin, Ungarisches
Nationalmuseum
 
Inhalt:
Die Mehrheit der Fotografen der ungarischen Revolution 1956 waren
Privatpersonen, einfache Bürger. Es gab einige, die mehrere
hundert Bilder machten, andere verschossen lediglich ein paar Rollen.
Viele Amateurfotos bewahren uns das emotional aufwühlende Bild der
beständig durch die Straßen wogenden Menschenmassen, der
ausgebrannten Panzer, der umgestürzten Straßenbahnwagen, der
gefallenen Soldaten und Zivilen und der rücksichtslos zerschossenen
Wohnhäuser. Obwohl die Qualität der Amateurfotografien das
technisch-ästhetische Niveau der professionellen Aufnahmen nicht
erreicht, ist ihr dokumentarischer Wert unter mehreren Aspekten
unschätzbar. Sie sind Zeichen und Beweis für des Mitgefühls: Diese
Leute griffen nicht nach der Waffe, sie begriffen jedoch die Wichtigkeit
der geschichtlichen Ereignisse und verewigten mit ihren einfachen und
billigen Kameras, was sich um sie herum abspielte. Diese Amateurbilder
hielten Momente fest, die der Aufmerksamkeit professioneller Fotografen
entgingen. So gelten sie heute als unentbehrliche visuelle Quellen für
eine detaillierte Rekonstruktion der Ereignisse.
Die Geschichte dieser Fotografien ist untrennbar mit dem Nachleben der
Revolution verbunden. Die Mehrheit der Bilder wurde nach der Niederschlagung
aus berechtigter Angst vernichtet. Die Flüchtlinge nahmen ihre Aufnahmen
mit sich, einige brachten sie jedoch nach der „Wende“ wieder zurück und
übergaben sie öffentlichen Sammlungen.
In der Zeit der Vergeltung wurden große Mengen von Bildern von den Behörden
beschlagnahmt und in Prozessen als Beweismittel beigefügt. Viele bewaffnete
Aufständische wurden anhand solcher Bilder verhaftet; nicht selten wurde
es eine Frage von Leben und Tod oder einer jahrelangen Gefängnisstrafe,
ob es gelang, jemanden auf der Aufnahme zu identifizieren. Viele wurden
verhaftet und verurteilt, nur weil bei ihnen Bilder der Revolution gefunden
wurden...
Kuratorin: Dr. Katalin Jalsovszky (Ungarisches Nationalmuseum, Budapest)
 
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Konzerte/Lesungen
 
 
ACUD-Theater. „His Master's Voice” von István Eörsi
 
Termin: Freitag, 10.11.06 – Dienstag, 14.11.06, 20.00 Uhr
 
Ort: ACUD-Theater, Veteranenstr. 21, 10119 Berlin-Mitte
 
Veranstalter: ACUD-Theater, Diese Produktion findet im Rahmen von
Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte statt. Bipolar ist ein Initiativprojekt
der Kulturstiftung des Bundes.
 
 
Inhalt:
„His Master’s Voice“ ist István Eörsis dramatische Auseinandersetzung mit seinem
Lehrer, dem Philosophen Georg Lukács über dessen Tod hinaus. Ein absurdes Dokumentarspiel,
voller Humor, Ironie und Zärtlichkeit, aber auch voller Schärfe, Unnachgiebigkeit
und Genauigkeit, wenn die historisch-biografischen Zusammenhänge thematisiert werden.
So wie Eörsi in diesem Stück seinen Dialog mit Lukács über dessen Tod und den
Untergang des Staatssozialismus hinaus immer weiterschrieb, wird unsere Fassung
diesen Dialog bis zur heutigen Gegenwart hin klingen lassen.
István EÖRSI, 1931 in Budapest geboren, studierte englische und ungarische Literatur.
Ein Jahr war er als Lehrer danach als Journalist und Übersetzer tätig. Seit den fünfziger
Jahren war er Schüler von Georg Lukács. Im Dezember 1956 wurde er wegen seiner
Teilnahme an der ungarischen Revolution zu acht Jahren Haft verurteilt. Nach
seiner Amnestierung 1960 lebte er lange hauptsächlich von Übersetzungen da
er immer wieder Schreibverbot erhielt. Ab 1977 war er Dramaturg in Kaposvár.
Wegen seines Eintretens für die Charta 77 und der Mitarbeit im Samisdat
erhielt er 1982 Berufsverbot. Seit 1983 lebte er auch in Berlin. Nach 20
Jahren Aufführungsverbot inszenierte Georg Tabori 1984 Das Verhör an der
(West)Berliner Schaubühne. István Eörsis Texte erschienen auf Deutsch in Sinn und
Form, Lettre International, u. a., die Berliner Zeitung publizierte ab 2004 viele
seiner „Dr. Obwohl Geschichten“. Neben Theaterstücken und Prosaveröffentlichungen
stehen seine autobiographischen Bände Erinnerung an die schönen alten Zeiten, dt. 1991,
über die Gefängnisjahre, und Im geschlossenen Raum, dt. 2006, oder die Essay-Sammlung
Der rätselhafte Charme der Freiheit. Versuche über das Neinsagen, 2003. Im Deutschen
weniger bekannt ist sein dichterisches Werk und seine zahlreichen Übersetzungen aus dem
Deutschen und Englischen, u. a. von Brecht, Jandl, Alan Ginsberg. István Eörsi ist am
13. Oktober 2005 verstorben.

Darsteller: René Döring, Klaus Hänscheid, Steffen Neupert, Regie: Paul Baiersdorf
Musik: László Moldvai
Ausstattung: Simone Wolter, Wolf Dieckmann
Dramaturgie: Felix Goldmann

Premiere 10.11.06:
Diese Inszenierung ist der erste Teil der Trilogie „Das Gespräch“, die im Rahmen von
Bipolar, deutsch-ungarische Kulturprojekte in der Spielzeit 2006/2007 in Berlin und Szeged
entsteht. Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

Im Vorfeld der Eörsi ­ Inszenierung laden wir zu einem Gespräch mit György Dalos (Berlin
/Budapest), András B. Vágvölgyi (Budapest), József Balog (Szeged), Lászlo Moldvai (Berlin)
ins ACUD -Theater ein.

"Wer war István Eörsi und warum hatte er so oft Streit?“

Leben und Werk István Eörsis waren geprägt vom Erlebnis des Aufstandes von 1956 und
der vierjährigen Haftstrafe, die er in der Folge verbüßen musste. Er wurde zu einem Gegner
des Paktes des Vergessens, den die Menschen seiner Meinung nach mit dem
Kádár-System geschlossen hatten; doch auch nach dem Systemwechsel stritt er gegen
Kompromiss und Heuchelei. István Eörsi lebte seit 1983 auch in Berlin. Seine Texte
erschienen auf Deutsch in Sinn und Form, Lettre International, u. a., die Berliner
Zeitung publizierte ab 2004 viele seiner „Dr. Obwohl Geschichten“. Neben Theaterstücken
und Prosaveröffentlichungen stehen seine autobiographischen Bände Erinnerung an die
schönen alten Zeiten, dt. 1991, über die Gefängnisjahre, und Im geschlossenen Raum, dt.
2006, oder die Essay-Sammlung Der rätselhafte Charme der Freiheit. Versuche über das
Neinsagen, 2003. Im Deutschen weniger bekannt ist sein dichterisches Werk und seine
zahlreichen Übersetzungen aus dem Deutschen und Englischen, u. a. von Brecht, Jandl,
Alan Ginsberg. István Eörsi ist am 13. Oktober 2005 verstorben.
__________

Alte Veranstaltungen:
 
Am Tag der Grenzöffnung – Zum Jubiläumsjahr 1956-2006
Termin: Sonntag, 10. September 2006, 19.30h
 
Ort: Kesselhaus der KulturBrauerei, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin
 
Inhalt: Márta Sebestyén im Kesselhaus der Kulturbrauerei, begleitet von der Band Dűvő
Auf Einladung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und des Collegium
Hungaricum Berlin tritt die ungarische Ausnahme-Sängerin Márta Sebestyén, deren
Stimme seit dem Film »Der Englische Patient« weltbekannt ist, mit der Band Dűvő in Berlin auf.
 
Vor Konzertbeginn sprechen Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur
Aufarbeitung der SED-Diktatur, und László Nagy, Stiftung Paneuropäisches Picknick ’89.
 
Eintritt: 8,– EUR
 
__________
»Geliebte Liv« Eine Buchpräsentation mit Iván Sándor
Termin: Dienstag, 6. Oktober 2006, 19.00 Uhr
 
 
 
Inhalt:
Der Autor Iván Sándor im Gespräch mit György Fehéri.
 
Iván Sándor gehört zu den renommiertesten ungarischen Schriftstellern
der Gegenwart. Den Schwerpunkt seiner Thematik bilden Traumata,
die auf den Europäern des 20.Jahrhunderts lasten. Zum 50.Jahrestag des
Ungarischen Aufstandes von 1956 erscheint sein Roman "Geliebte Liv" jetzt
auf Deutsch.
 
Iván Sándor: Geliebte Liv, Roman, übersetzt von Timea Tankó, DTV München 2006.
 
__________
 
Das ungarische Literaturprogramm auf der Frankfurter Buchmesse
 
Termin: 5. – 8. Oktober 2006
 
Ort: Frankfurt am Main, Buchmesse
 
Veranstalter: Ungarischer Akzent,
 
Inhalt: Präsentation neuer Bücher zum Thema 1956 auf der Buchmesse.
 
__________
 
Iván Sándor „Geliebte Liv“ - Eine literarische Verschränkung von Historie
und Einzelschicksal. Buchvorstellung.
 
 
Termin: Dienstag, 10. Oktober 2006, 19.00 Uhr
 
Ort: Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund, Mohrenstraße 64,
10117 Berlin
 
 
Inhalt:
Der Autor Iván Sándor im Gespräch mit György Fehéri.
 
Iván Sándor gehört zu den renommiertesten ungarischen Schriftstellern
der Gegenwart. Den Schwerpunkt seiner Thematik bilden Traumata,
die auf den Europäern des 20.Jahrhunderts lasten. Zum 50.Jahrestag des
Ungarischen Aufstandes von 1956 erscheint sein Roman "Geliebte Liv" jetzt
auf Deutsch.
Drei Männer und eine Frau. Eine tragische Konstellation. Die Verschränkung
von Historie und Einzelschicksal, der Verlust von kultureller und damit oft auch
persönlicher Identität und die Konsequenz solcher Prozesse: Vernichtung und
Selbstvernichtung. Und zugleich: Eine Hymne an das Leben.
„Ja, das ist eine Liebesgeschichte“ -sagt Iván Sándor, „aber wäre sie nur
das, hätte ich sie nicht geschrieben“.
"Geliebte Liv" ist ein tragisch-groteskes Spiel über das Nichtwissen und
Allesvergessen und über das Alleswissen und Nichtsvergessen"
(György Poszler in „Kortárs“)
 
Iván Sándor: Geliebte Liv, Roman, übersetzt von Timea Tankó, DTV München 2006.
 
Iván Sándor, Jg. 1930, gehört zu den renommiertesten ungarischen Schriftstellern
der Gegenwart. Seit 1967 sind von ihm 29 Werke veröffentlicht worden, darunter
zahlreiche Romane, Essays. Iván Sándor hat alle wichtigen Literaturauszeichnungen
Ungarns bereits erhalten. Für sein Lebenswerk erhielt er 2005 den Kossuth-Preis.
 
Dr. György Fehéri, geboren 1953, Literaturhistoriker, Lehrauftrag an der
Humboldt-Universität zu Berlin, Mitarbeiter im Collegium Hungaricum Berlin
 
Eintritt frei. Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis zum 6. Oktober
über e-mail: collegium@hungaricum.de bzw. Fax: 030/242 3447
 
__________
 
Lesung „Ungarn 1956 – Reflexionen und Rekonstruktionen“
 
Termin: Dienstag, 17. Oktober 2006, 18.00 Uhr
 
Ort: Botschaft der Republik Ungarn Berlin, Unter den Linden 76,
10117 Berlin
 
Inhalt:
Die Veranstaltung zeigt durch konkrete Beispiele die unterschiedlichen
Reflexe, Rekonstruktionen und Interpretationen der Zeitzeugen-Generation
und der Nachfolgegeneration in Ungarn im Zusammenhang mit der
ungarischen Revolution 1956. Erstere wird durch das Buch „Auf beiden
Seiten der Barrikaden” von Éva Háy (Kiepenheuer, Leipzig 1994), letztere
durch das Werk „Mit einem Geheimnis leben – die Schicksale der Kinder
der Verurteilten von 1956” von Zsuzsanna Kőrösi und Adrienne Molnár
(Schäfer Verlag, Herne 2005) vertreten. Diesen Ansichten werden
als Kontrapunkte entsprechende Zitate aus MfS-Akten wie besipielsweise
aus der Direktive „Zur Verhinderung von Provokationen und
konterrevolutionären Umtrieben“ (Wollweber, 05.12.1956) gegenübergestellt.
 
Einführung und Moderation: Barbara Dobrick (Autorin, Berlin)
Gesprächspartnerin: Adrienne Molnár (Autorin, 56-er Institut, Budapest)
Rezitatoren: Tibor Schäfer (Verleger) und Helmut Büscher (Sprecher)
 
Anmeldung bis zum 14.10.2006: Email: veranstaltungen@kum.hu oder
Fax: 030-20310105
 
__________
 
Festkonzert des Ferenc Liszt Kammerorchesters in Regensburg
 
Termin: Freitag, 20. Oktober 2006
 
Ort: Regensburg
 
Veranstalter: Generalkonsulat der Republik Ungarn München
 
__________
Literarischer Abend mit György Dalos
 
Termin: Sonntag, 22. Oktober 2006
 
Ort: Generalkonsulat der Republik Ungarn München
 
Veranstalter: Generalkonsulat der Republik Ungarn München
 
Inhalt: Der Autor liest aus seinem thematisch aktuellen Buch „Die
Schlüsselfigur“.
 
__________
 
Festkonzert des Ferenc Liszt Kammerorchesters in Berlin
 
Termin: Montag, 23. Oktober 2006
 
Ort: Berliner Philharmonie
 
 
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"Die Säuberung - Moskau 1936" Stenogramm einer geschlossenen
Parteiversammlung. Ein Dokumentarspiel.
 
Termin: Samstag, 28. Oktober 2006, 19:00h
 
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann–Saal,
Greifswalder Strasse 4, 10405 Berlin
 
Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V., Dibbukhaus
 
Inhalt: Berlin, November 1956. J. R. Becher, Anna Seghers und
Walter Janka beschlossen, ihren Freund Georg Lukács aus Budapest zu
„herauszuholen“. Umsonst. Janka wird verhaftet. Becher und Frau Seghers
widerrufen. Angst. Becher kennt sie aus den Terrorjahren 1936/38 in
Moskau. Der Angst auf den Grund gehen.
Das „Stenogramm einer geschlossenen Parteiversammlung“ beschreibt die
Situation der Denunziation, der Hysterie und der Todesangst unter den
deutschen Emigranten im stalinistischen Moskau.
1991 erschien im Hamburger ROWOHLT - Verlag ein von Reinhard Müller
herausgegebenes Buch "Die Säuberung - Moskau 1936" - Stenogramm
einer geschlossenen Parteiversammlung.  Die Mitschrift ist in wörtlicher
Rede wiedergegeben.  "Hauptdarsteller" sind u.a. deutsche Schriftsteller in
der Emigration, Johannes R. Becher, Friedrich Wolf, Willi Bredel u.a.   Becher
zum Beispiel wurde in den  Dreißiger Jahren mit "trotzkistischen Schwankungen"
verdächtigt, ab 1936 durfte er  Moskau nicht mehr verlassen... 
 
__________
 
Gedenkkonzert mit dem Bartók Streichquartett
 
Termin: Freitag, 3. November 2006 19.00h
 
Ort: Stuttgart, Neues Schloss, Weißer Saal
Veranstalter: Ungarisches Kulturinstitut Stuttgart, Landeshauptstadt Stuttgart
 
Inhalt: An dem Abend – dem Vorabend des Niederschlages des Ungarnaufstandes 1956 –
gedenken wir der Revolution, deren Teilnehmer, Opfer, Hingerichteten, den
zum Gefängnis Verurteilten, den Flüchtlingen und deren Beschützer. Ihr Opfer war
nicht umsonst. Unter anderem ist es ihren Bestrebungen zu verdanken, dass die
Mauern zwischen dem Osten und Westen schließlich gefallen sind. Wenn auch erst
nach mehr als dreißig Jahren...
 
Programm: Ein Konzert mit dem Bartók Streichquartett (Ungarn). Das weltberühmte
Bartók Streichquartett hat mehr als 4000 Auftritte in allen Kontinenten sowie
zahlreiche Platteneinspielungen hinter sich. Unter ihren zahlreichen Auszeichnungen
finden wir zwei Kossuth-Preise, sowie den UNESCO-Preis. Das Repertoire des Quartetts
umfaßt das volle Spektrum der Streichquartett-Literatur. Mitglieder: Péter Komlós
(1. Geige), Géza Hargitai (2. Geige), Géza Németh (Bratsche), László Mezö (Cello)
Programm Musikstücke: Mozart: D-Moll Streichquartett Kv.421. Allegro moderato,
Andante, Menuetto-Allegretto, Allegretto, ma non troppo Bartók: 2. Streichquartett Op.17
Moderato, Allegro molto, capriccioso, Lento. 

Dem Konzert folgt ein Empfang. Anmeldung erforderlich beim
 
 
Abkürzungen:
CHB      Collegium Hungaricum Berlin (Ungarisches Kulturinstitut)
BUOD   Bund Ungarischer Organisationen in Deutschland
UKI       Ungarisches Kulturinstitut Stuttgart
BstU       Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
ZZF        Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
StA        Stiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Berlin
 
 
Stand: 21.03.07
 
 
 
 

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